Afrika's Süden II - pure adventure

Namibia
28.9.25 - Schwechat - Addis Abeba - Windhoek - Urban Camp
Kurz noch in der Lounge vorbeigeschaut - ein Bierchen geht immer.
Wir starten pünktlich, ja und der Flieger ist bestenfalls halbvoll.

Ich habe zwar nicht viel geschlafen, aber wurde sogar um 0430 mit köstlich duftendem äthiopischen Kaffee und frischen warmen Croissants verwöhnt - und zwar als einziger. 👍😁
In Addis Abeba ein kleines Frühstück und schon geht‘s weiter nach Windhoek.
Es läuft alles planmäßig. Manfred holt uns ab, aber zuvor hat mich noch ein Passant mit Kaffee überschüttet. Dann endlich beim IWI - ich schließe die Batterie an und er startet in der Sekunde. FREUDE 😁.
Im Urban Camp werden wir freundlich empfangen und das erste namibische Bier lacht mich schon an.
Es hat angenehme 20°, ja hier ist gerade Frühlingsbeginn.
Unsere Taschen sind schon ausgeräumt, aber verstaut ist bei weitem nicht alles - schon wieder viel zu viel Gewand mitgenommen und vergessen, was alles im IWI geblieben ist.
BAD NEWS - Etosha brennt:
Als wir uns etwas zur Ruhe gesetzt haben, lese ich Schreckliches in den Nachrichten. Fürchterliche Bilder erreichen uns - einige davon will ich hier wiedergeben. Zartbesaitete bitte wegschauen.

Diese Bilder stammen naturgemäß nicht von mir, sonder von den Einsatzkräften und Reportern.
29.9.25 - Windhoek - Folienbeklebung bei Auto Armor
Wir stehen gerade bei Auto Armor und IWI bekommt Hitzeschilde auf die Fenster verpasst.

Seitlich abgedunkelt und die Windschutzscheibe durchsichtig. Sie lassen nur 35% der Hitze durch und haben vollen UV- Schutz. Sollte also ein angenehmeres Fahren ermöglichen.
Wie immer sind hier alle extrem freundlich und zuvorkommend.
Danach noch schnell zum Verkehrsamt um die fällige Straßengebühr zu zahlen.
Beim Abendessen schießt es mir plötzlich ein: Das neue Carnet ist nicht da. Trotz aller ToDo Listen, ist es im Endeffekt untergegangen. Ich hatte eine Nachricht vom ADAC, dass es verschickt wurde und damit gedanklich nach Wien verlegt, das ich als Versandadresse angegeben hatte.
Jetzt wird mir auch bewusst, dass ich keine Benachrichtigung von DHL erhalten hatte.
Ein Mail an CDP-ADAC und dann gehen wir mit gemischten Gefühlen schlafen.
30.9.25 - Windhoek - Service bei Wilko (ProWorx)
Das Carnet liegt jetzt in Wien - Stephan schickt es uns in die Riverdance Lodge, wo wir die letzten Tage in Namibia verbringen werden. Bin mal gespannt.

Heute sind wir zu Gast bei Wilko, einem deutschen Mechaniker. Öl- und Filterwechsel und alles checken.
Nach dem ersten Check kommen unangenehme Dinge ans Licht:
# Der Zylinder zum Kippen des Führerhauses ist hinüber. Ein neuer ist in Windhoek nicht lagernd (Bestellung dauert 4-6 Wochen). Also hoffentlich kann ihn wer reparieren.
# Der Turbo leckt auch.
Wilko ist jetzt fieberhaft auf der Suche nach einem reparierten Hydraulikzylinder, bzw. nach Ersatzteilen. Es ist einfach rührend, wie er sich um uns kümmert.
Leider heute erfolglos - also übernachten wir wieder einmal in der Werkstatt. Ist ja nicht das erste Mal.
Der IWI wird sogar aufgebockt, um auch ja alle Schmiernippel der Kardanwelle zu erreichen.
Mail vom Carnet: Lapidar - es wurde am 30.9. zugestellt - toll wenn der Flieger am 27. geht. Das haben die ordentlich verbockt. Ein harsches E-Mail geht nach DE - bin gespannt auf die Reaktion.
1.10.25 - Windhoek - ProWorx 2

Die Nacht in der Werkstatt war ruhig, aber heiß. Um 2200 hatten wir 30°. Nix mit Frühlingstemperaturen.
Wilko ist seit der Früh unterwegs - hat jetzt die Simmeringe bestellt, die sollen morgen da sein. Seine entzückende Frau und wir zweifeln daran, aber schau ma mal.
Vom Carnet in München gibts auch News: Nach meinem E-Mail, haben sie sich bereit erklärt ein Ersatz-Carnet auszustellen und es ist schon unterwegs zur Riverdance Lodge. Sie haben sogar die Kosten übernommen. Also sind jetzt zwei unterwegs - eines wird schon rechtzeitig ankommen.
Ansonsten verläuft der Tag ruhig - ein wenig mit Wilko geplaudert, seinen Landy (Serie I) bewundert und viel gelesen.
2.10.25 - Windhoek - ProWorx 3 - Elisenheim
Wir haben jetzt viel Zeit, daher schlendern wir ein wenig am Abstellplatz herum - und werden fündig.
Ein Landy (Serie II) unrestauriert und produziert in Südafrika. Ja, einen Willy‘s Jeep finden wir auch noch und einen alten, schön restaurierten, Ford Pickup.
1200: Soeben erhalten wir die Nachricht, dass die Simmeringe geliefert wurden. Jetzt muss nur noch der Hydraulikzylinder zusammengebaut werden, also die Hoffnung besteht, dass wir heute hier noch wegkommen.
Ja, der Zylinder ist repariert - jetzt noch eine ordentliche Motorwäsche und dann ist alles fertig.

Übernachtung im Elisenheim Camp: Endlich ein kaltes Bier und gutes Essen. Das W-Lan läßt sich trotz mehrerer Versuche nicht aktivieren. Man erklärt uns, das liege am iPhone - mit Samsung funktioniere alles einwandfrei. So ein ausgemachter Blödsinn !!! Dann versuche ich mein Garmin GPS zu verbinden - geht auch nicht.
IT in Afrika bisher: Wir haben im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, dass W-Lan auf Campsites entweder gar nicht, oder nur grottenschlecht funktioniert (1-3 Mbps). das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Gutes Internet ist sehr selten. Über die SIM-Karten kommt man auf 100-150 Mbps, das ist ok, aber der Empfang ist nicht überall gegeben. Unser Starlink funktioniert in Namibia gar nicht und in den Ländern, in denen es klappt nur zu einem horrenden Preis.
3.10.25 - Windhoek - Swakopmund
Am Morgen noch kurz bei Wilko vorbeigeschaut, kurz 10 Liter Öl gebunkert und den Rest bezahlt. Dann hat er noch schnell die Beifahrertüre justiert.
Und jetzt ab nach Swakop. Auf der Fahrt (bei 37°) merken wir erstmal den riesigen Unterschied durch die Sonnenschutzfolien. Es ist natürlich warm in der Kabine, aber es brennt nicht auf der Haut. Kein Vergleich zu vorher.
Im „Alte Brücke Resort“ erinnert man sich an uns noch.
Warm Duschen und dann gut essen gehen. 😜 Und wieder kann ich nicht widerstehen - die namibischen Austern zählen zu den Besten der Welt - einfach hervorragend.

Heute 1900 haben wir nur mehr 15° - ja, das ist der Atlantik. Zurück im IWI überlegen wir sogar die Heizung einzuschalten, lassen es aber und kuscheln uns in die Decken.
4.10.25 - Alte Brücke Resort

Heute Morgen, wie üblich Hochnebel und alles ist feucht bei 12°.
Wir schlendern zum deutschen Bäcker (8 Semmeln, 2 Kuchen, 1 Blätterteigstangerl für 5€).
Daneben im Slowtown Coffee bekommen wir sogar Pastel de Nata. 😁
Am Ankerplatz genießen wir ein Mittagessen - Oryx-Pasta.
Habe gerade die Nachricht bekommen, dass eines der beiden Carnets angekommen ist.
5.10.25 - Swakop - Ein besonderer Tag

64 Jahre – welch stolze Zahl,
voll Liebe, Abenteuer, aber niemals banal.
Du bist eine Frau mit Herz und Verstand,
nimmst das Leben beim Schopf und das Lenkrad in die Hand.
Du bist voller Neugier, so reiselustig, fast süchtig,
dein Lächeln ist ehrlich, dein Wesen so richtig.
Auf staubigen Straßen, im Sonnenlicht,
fährt unser IWI – das Reisen ist Pflicht
Ob Zebras, Dünen, oder Sternenzelt,
du erkundest mit mir die ganze Welt.
Bleib wie du bist – so frei und so schön,
mögen noch viele Reisen so geschehen.
Ein Glas in der Hand, der Blick in die Ferne,
die Seele ganz leicht, über uns die Sterne
– und auf‘s Neue wird mir klar, jeden Tag, was ich so sehr an dir mag.
Du bist meine Reise, mein Ziel, mein Glück,
mit dir will ich vor, doch niemals zurück.
Heute feiern wir dich in Afrika’s Licht –
mit Sand in den Schuhen und Sonne im Gesicht.
Alles Liebe zum Geburtstag, Christin‘ –
du bist mein Herz, mein Kompass, mein Sinn.
Ich liebe dich !
Den Abend verbringen wir im „The Tug“ mit köstlichen Meeresfrüchten und einem gut gekühlten Sauvignon Blanc aus Südafrika.
Wir genießen den Sonnenuntergang am Atlantik - und lassen so den Tag ausklingen.
6.10.25 - Swakop - Umaruru - River Guesthouse

In der Früh schnell zu Stefan von Namib-Campers, die neuen Stoßdämpfer einbauen lassen und das DHL Paket abholen (unser neues KCT Mosquitonetz). Ich habe es hierher schicken lassen, weil es zu lang für unsere Reisetaschen ist. Dann noch Kaffee und Brot bunkern und ab nach Norden.
Auf der Fahrt sind wir mit unseren neuen Folien sehr happy und mit den Stoßdämpfern natürlich auch IWI bewegt sich wie eine geschmeidige Katze.
In Omaruru suchen wir auf Empfehlung das River Guesthouse auf. Sieht recht nett aus, bloß die Duschen sind nicht gerade einladend. Aber das eiskalte Bier erfrischt richtig gut. Ja, jetzt im Landesinneren ist es wieder heiss.
7.10.25 - Otjiwarongo Crocodile Farm

Nach 2 Stunden gemütlicher Fahrt erreichen wir mittags die Croc Farm. Durch Empfehlung wissen wir, dass man hier gut essen kann und schon stellt sich auch ein gewisses Hungergefühl ein. Also stoppen wir - ja Krokodile schmecken ganz vorzüglich.

Bei einer kleinen Führung erfahren wir viel Wissenswertes über diese netten Zeitgenossen. Sie können bis 7 Meter lang werden, bis zu einer Tonne schwer und ein Alter von 100 Jahren erreichen. Für die Verarbeitung der Haut und zum kulinarischen Genuss eignen sie sich mit 5 Jahren.
Und weil‘s so nett ist bleiben wir hier über Nacht. Allerdings, als wir gerade bei enem klühlen Bier sitzen, kommt die Kellnerin mit der Rechnung. Ja, sie schließen jetzt (1700) - kein Abendessen. Naja wir stehen ja eh ganz gut im Futter, also tut es uns gut.
8.10.25 - Grootfontain - Hoba Meteorit - Pontoki Camp

Der Hoba Meteorit:
Es ist der größte, jemals gefundene Meteorit der Erde. Er wiegt zw. 50 und 60 Tonnen. Der Eisenmeteorit schlug vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde ein und liegt immer noch in der ursprünglichen Position. Sein geschätztes Alter beträgt 190 bis 410 Millionen Jahre. Er dürfte im schrägen Winkel auf die Erde getroffen sein - daher gibt keinen Krater. Der Meteorit besteht zu ca. 82 % aus Eisen, zu ca. 16 % aus Nickel und zu ca. 1 % aus Cobalt.
Man sieht deutliche Beschädigungen, mit Metallsägen wurden kleine Stücke herausgeschnitten.
Pontoki Camp: Ein glasklares Pool und ein sehr gut bewertetes Restaurant, bewegen uns gleich hier zu übernachten.

9.10.25 - Rundu - nKwazi Lodge / Camp

Nach 3 stündiger Fahrt auf einer schnurgeraden Strasse, erreichen wir die nKwazi Lodge bei Rundu. Wir sind hier fast alleine auf der Campsite, werden freundlichst empfangen - mit eiskaltem Bier. Die Lodge liegt direkt am Kavango ( Okavango oder auch Cubango - je nach Land).
Es ist heute gefühlt extrem heiß - war schon 2x im Pool.
Unsere Uhren gehen schon wieder falsch. Jedesmal im Norden Namibias loggt sich das Handy in der angolanischen Zeitzone ein - warum auch immer.
Die tollen Lichtspiele beim Sonnenuntergang sind mir schon richtig abgegangen.
Heute Abend genießen wir hier ein hoffentlich gutes Buffet.
10.-14.10.25 - Riverdance Lodge

Die Riverdance Lodge hat uns wieder. Freundlich und zuvorkommend, wie das letzte Mal.
Sie haben hier das Pool erneuert und die Terrasse vergrößert.
Wir treffen Chris und er übergibt uns das sehnlich erwartete Carnet. Das zweite liegt schon seit Tagen in Windhoek - das wird sich wohl nicht mehr ausgehen, denn jetzt kommt das Wochenende.
Am Abend haben wir 33,2° in der Kabine - nicht gerade die ideale Einschlaftemperatur.
11.10.
Von Monika uns Uwe (die haben wir hier kennengelernt) haben wir erfahren, dass es gestern noch einen 3-stündigen Revierkampf zwischen Hippos und Elephanten gab - ein Hörspiel, denn gesehen hat man nichts.
Eine schweißtreibende Montage des Mosquitonetzes später, ist unser Fenster wieder mückendicht. Dann gemütlich am Pool gesessen.

Mit Monika und Uwe am Nachmittag eine einheimische Bar besucht - echt spannend. Wir wurden freundlich begrüßt und haben ein paar Bier zusammen getrunken. Echt nette Jungs - wir haben viel Spass.
Abends noch ein Absacker bei unseren neuen Freunden.
12.10.

Herzliche Verabschiedung von Monika und Uwe.
Heute ist Kartenstudium und Reiseführer lesen angesagt (danke an Renate und Wolfgang).
Ich sitze gerade auf der Terrasse und beobachte die Kinder am anderen Ufer beim Baden. Genau an der Stelle sterben jedes Jahr 2-3 Kids durch Krokodilangriffe, was sie aber völlig unbeeindruckt lässt.
Den Nachmittag lesend am Pool verbracht, beim IWI angekommen, haben wir 41,3° in der Kabine. Das kann ja heiter werden. 🥵
13.10.
Die letzte Nacht im eigenen Saft gebraten und praktisch nichts geschlafen.
Am Pool einige Campsites in Sambia rausgesucht und Routen überlegt. Da geht‘s dann an‘s Luft ablassen.
Jetzt noch ein gutes Dinner (Boeuf Stroganoff) mit einem südafrikanischen Sauvignon - vielleicht das letzte Mal für länger.
Schau ma mal, ob‘s in Sambia auch gute Biere und Weine gibt. Wir lassen uns einfach überraschen.
Das zweite Carnet ist bis heute nicht angekommen - Chris ist so lieb und nimmt es mit in die Schweiz und schickt es von dort mit DHL nach München.
Jetzt gerade heftiges Wetterleuchten in Angola - vielleicht bringt der Wind Abkühlung oder gar Regen.
14.10.25 - Katima Mulilo - Zambezi River Lodge

4 Stunden Fahrt durch den Caprivistreifen. Diesmal viel weniger grün und kaum Tiersichtungen.
Im Katima Mulilo besorge ich noch schnell rote Reflektorstreifen für IWI, ich hatte versehentlich auf der Rückseite auch weiße aufgeklebt - das geht gar nicht. In Sambia sind die Polizisten, wie ich gelesen habe, sehr pingelig. Das 2. Warndreieck habe ich wieder vergessen - das hole ich morgen noch schnell.
Wir übernachten wieder auf der Campsite von der Zambezi River Lodge. Also Wechsel vom Cavango an den Zambezi.
Wir stehen wieder bei unserem Mangobaum und beim Kaffee fällt mir gleich eine Mango auf den Kopf - allerdings eine unreife. Der Boden ist voll davon.
Leider ist der Platz nicht sehr gepflegt, die Grillstation versifft und die Angestellten gehen gelangweilt umher oder sitzen unter den Bäumen.
Ein ziemliches Kontrastprogramm zur Riverdance Lodge.
Vorteil der Hitze hier: Wir haben noch Sauerteigbrot aus Swakop eingefroren. 2 Scheiben entnommen - nach 5 min aufgetaut - nach 10 min sind sie bereits von alleine getoastet. 😜
Zambia
15.10.25 - Zambezi / Whispering Sand Camp
Die Ausreise aus Namibia ist in kürzester Zeit erledigt.
Die Einreise nach Zambia dauert etwas länger, aber alle hier sind super freundlich und hilfsbereit.
Die Geldwechsler umschwirren einen wie Insekten. Bei einem wechsle ich 100€ zu einem Kurs von 23.
Dann entdeckt Christine, dass es hier auch eine Bank gibt. Den Rest wechsle ich natürlich dort (26,2).
Wir haben von vielen Reisenden gehört, dass die Bankomaten leer sind und das Wechseln auf einer Bank sehr schwierig sei. In unserem Fall war‘s völlig problemlos.
Bei der Custom Station entrichten wir die erforderlichen Oboli.
Road Tax 78 US$
Carbon Tax 584 ZMW (22,5€)
Auch, dass man alles cash zahlen muss, ist bei uns nicht der Fall. Die Oboli mit Karte bezahlt.
Ich zeige ihm noch meine Autoversicherung - er meint „alles ok“.
Am Weg zum Auto läuft uns dann eine junge Frau nach und fragt nach der Versicherung, ich zeige sie ihr und das übliche Theater beginnt. Die gelte hier nicht und ich müsse eine hier vor Ort abschließen. Es ist mir zu blöd, wegen 24€ zu streiten. Hier war cash angesagt.

Entlang des Zambezi fahren wir zum Whispering Sand Camp, wo wir ein nettes Schattenplatzerl bekommen und mit dem Chef geratscht haben - wir bekommen sogar ein Abendessen.
16.10.25 - Ngonye/Sioma Falls

Um 0900 nimmt uns der Besitzer zum Eingang der Ngonye/Sioma Falls mit. Von dort geht’s zu Fuß (eine junge Frau begleitet/führt uns) durch ein ausgetrocknetes Flussbett, bis wir schließlich einen großartigen Ausblick auf die verschiedenen Wasserfälle genießen können.
Es ist noch früh, aber dennoch schon richtig heiß.
Ein schattiger Platz lädt zum Verweilen ein.
Dann zurück zum Camp. Auf der Fahrt erklärt uns der Besitzer beiläufig, dass sie gestern Abend eine Kobra im Restaurant hatten - es gäbe überhaupt sehr viele Schlangen am Platz.
Wir sind wieder einmal die einzigen Gäste - kein Wunder, der Oktober ist der heißesten Monat in Sambia - da kommen nur Verrückte.

Eine kleine Abkühlung im Pool bringt die Lebensgeister zurück.
Das Restaurant hat kein Fleisch mehr, also bereiten wir uns ein Süppchen (Knorr sei Dank) mit ein paar Scheiben Sauerteigbrot aus Swakop.
Zum Ausklang spiele ich noch ein wenig mit der Drohne.

Die Dämmerung beginnt, die Mücken werden lästig, also verziehen wir uns in die IWI-Sauna.
17.10.25 - Livingstone - Royal Sichango Village
9 Stunden Fahrt für 350km, über teils katastrophale Strassen, ja so geht ein ganzer Tag drauf. Bei dem Unfall mit dem umgekippten LKW ist den beiden Jungs nichts passiert - sie sitzen etwas ratlos im Schatten.
Wir erreichen schließlich Livingstone.
Das gepriesene Royal Sichango Village & Camp, erweis sich als nicht wirklich royal. Die Campsite ist geschlossen, aber wir können eine Nacht bleiben und sie öffnen uns ein Chalet zum Duschen und für‘s WC. Dieses ist sauber, aber schon in die Jahre gekommen. Außerhalb des Areals ist , wie man bei uns sagt, eine G‘stätten.
Aber das Personal ist sehr nett. Jetzt erst einmal ein kaltes Bier und ein saftiges Steak.
Wir haben seit heute Morgen keine funktionierende Motorstaubremse mehr - es ist nur mehr ein hochfrequentes Quietschen zu hören, aber mit der keinerlei Bremswirkung verbunden. Wie immer ist heute Freitag, also müssen wir bis Montag eine Werkstatt finden.
18.10.25 - Livingstone - Waterfront Campsite

Heute haben wir das Camp gewechselt - viel schöner hier. Restaurant mit großer Terrasse direkt am Zambezi mit schönen Blick auf‘s Wasser. Einen netten schattigen Stellplatz haben wir auch ergattert, was wollen wir mehr. Neben uns parkt noch ein Rundhauber aus St.Pölten.
Beeindruckt bin ich immer wieder von der extremen Freundlichkeit der Sambier, egal ob Gärtner oder Manager.
Heute ist irgendein christlicher Feiertag, daher gibt es Bier erst ab 1800 - also behelfe ich mir mit meinen Vorräten.
Am Pool besucht mich ein Waran - süß die Dinger.
Dann kommt noch eine Affenfamilie vorbei..........

ja und ein Sundowner muss auch noch sein.

19.10.25 - Livingstone 2 - Sunset Cruise

Heute Nacht gab‘s Affen-Rambazamba. Lautstarke Auseinandersetzungen bis hin zur Demolierung eines Reetdaches.
Bei uns ist jetzt Waschtag - wir sind vor Sonntagsarbeit auch nicht gefeit.
Haben gerade Adolf aus Bayern und seine Schwester kennengelernt. Er lebt seit 10 Jahren in Uganda und wir bekommenviele nützliche Tipps.
Der Gärtner hier hat mich gefragt, ob er den IWI waschen dürfe - da gibt es natürlich keinerlei Widerspruch.

Die Sunset Bootsfahrt hat sich Christine gewünscht, wir sind beide überrascht, wie nett das abgelaufen ist. Jede Menge gute Drinks, gute Stimmung und viele Elephanten gesichtet.
20.10.25 - Livingstone 3
Endlich meine Starlink Mini installiert - klappt super.
Jetzt muss ich nur noch die alte hier verkaufen.
Eigentlich wollten sir anschließend ins Livingstone Museum, aber es ist einfach zu heiß - dann doch Pool 😀
Wir bekommen einen neuen Nachbarn. Oliver aus der Schweiz. Er wird jetzt gerade mit seiner Frau Corinne in Simbabwe sesshaft und hat eine wahrlich tolle Lebensgeschichte: www.theslowriders.ch
Das Reetdach wird auch schon wieder repariert.
Dann noch ein letztes Abendmahl auf der Terrasse, natürlich mit Oliver. Morgen geht’s definitiv weiter.
21.10.25 - Kafue National Park Dundumwezi Gate

Zu Beginn der Öffnungszeit besuchen wir das Livingstone Museum. Es ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber trotzdem nett.
Im Shop entdecke ich Zeichnungen, die mir sehr gefallen - eine davon kaufe ich. Kurz danach lernen wir auch noch den Künstler kennen - ich mache ein Photo von ihm mit Christine.
Bis Kolono fahren wir auf Asphalt, dann geht’s in den Bush.

Wir erreichen das Gate zum Kafue NP, es ist schon zu spät um weiterzufahren. Ein sehr netter junger Mann öffnet uns das Tor und meint, hier können wir schlafen. Super !!!
Starlink aufstellen, Nudeln kochen und der Abend ist gerettet.
Statt Löwengebrüll hören wir heute Kuhglocken - wie nah doch die Heimat ist.
22.10.25 - Itezhi-Tezhi - Chibila Campsite

Gestern Nacht begann es so zu stürmen, dass ich Sand zwischen meinen Zähnen spürte - also alle Fenster schließen. Am Morgen sehen wir alles von einer feinen Sandschicht überzogen. Es beginnt zu nieseln.
Noch ein bisschen Luft ablassen und 4 Stunden auf schlechter Strasse bis nach Itezi-Tezhi.
Heute ist es bewölkt und damit angenehm zu fahren.
Auf der Campsite werden wir freundlichst empfangen.
23.10.25 - Itezhi-Tezhi

Wieder strahlendes Wetter. Wir fahren kurz nach Itezhi-Tezhi, auf die Bank, Gemüse und Obst am Standl kaufen und in den einzigen Supermarkt, also eher ein Greißler, aber das Wichtigste bekommen wir.
Beim Abfluss vom Staudamm halten sich noch Krokodile auf und jede Menge Schreiseeadler.

Die Bestätigung des Kasabushi Camps bekommen, dass sie Platz für uns haben. Laut Uwe ist es das schönste Camp im Park und dies wird uns auch hier bestätigt - sind schon sehr gespannt. Wir wollen morgen entlang der Spinal Road dort hin fahren.
24.10.25 - Spinal Road - Kafue River - Kasabushi Camp

Zeitig fahren wir in den Kafue NP, umrunden den Lake Ithezi Thezi und benötigen 5 Stunden auf einer Staubigen Wellblechpiste für 140km. Tiere sehen wir nur wenige.
Die Zufahrt ist derartig eng (Bäume), dass IWI wieder einmal was abgeworfen hat - den hinteren Astabweiser. Die Halterung ist derart demoliert, so dass ich nur das Edelstahlrohr mitnehme.
Unser Stellplatz, direkt am Kafue, ist dagegen sehr belebt.
Die Hippos grunzen nur wenige Meter entfernt, unzählige Meerkatzen hüpfen, teils mit Babys, von Baum zu Baum. 10Meter von unserem Platz haben gestern drei Löwendamen ein Impala gerissen. Es gibt hier keinen Zaun - alle Tiere können hier zum Fluss - und das tun sie auch. So ist etwas Vorsicht angesagt. Bin schon sehr gespannt.
Die Dusche sieht aus, als wäre sie einem Hobbit-Dorf entsprungen.
Abends warten wir vergeblich auf die Tiere - wir hören einiges, aber dann wird’s finster - kein Mond, also stockdunkel.
25.10.25 - Kasabushi Camp 2

Wecker auf 0400 gestellt. Sunset Drive mit Quentin, dem Besitzer.
In der tiefen Dämmerung starten wir. Die Löwen und Geparden haben sich wieder einmal versteckt, aber Impalas, Elephanten, Warzenschweine einen Wasserbock und ein Krokodil können wir erspähen.


Nach unserer Rückkehr schlendern wir zur Lodge und sehen noch eine Elephantenherde den Fluss queren.

Auch sonst bekommen wir allerhand Besucham Stellplatz.
Wir bekommen von Tessa noch ein selbstgebackenes Sauerteigbrot - eine Seltenheit in Zambia.

Jetzt chillen wir ein wenig.
26.10.25 - Lukasa Camp bei Lusaka

Rechtzeitig den Nationalpark verlassen und wollen dann im Roy’s Camp frühstücken - Fehlanzeige, hier gibt’s gar nichts. Also dann auf Asphalt zum Lukasa Camp. Heute bei jeder Polizeikontrolle ein Däumchen bekommen und durchgewunken worden 👍.
Der Empfang von Geke & Harry hier auf der Campsite ist extrem herzlich und wir haben auch gleich wieder Bekannte von der Chibila CS getroffen.
Morgen werden wir gleich zu Carsten fahren, er hat eine LKW Werkstatt in der Nähe. Hoffentlich kann er die Motorstaubremse reparieren.
Die Webervögel geben uns noch ein Abendkonzert.
Abends noch ein tolles Braai, Rumpsteak am Punkt und köstliche Salate von Geke. Unter anderem ein Rotkrautsalat mit Orangenfilets - einfach köstlich.
27.10.25 - Lusaka Werkstatt von Carsten
Heute bei Carsten vorbeigeschaut. Motorstaubtemse per se funktioniert, der Klappenzylinder arbeitet, die Nullförderung bei der Einspritzpunpe arbeitet auch korrekt.
Ursache: wenn der Staudruck entsteht bläst die Luft bei einer defekten Dichtung zwischen Turbo und Auspuff raus. Das ist das hochfrequente Geräusch beim Betätigen der Staubremse.
HOFFENTLICH - wir werden sehen.
Bei der Demontage ist natürlich eine Schraube abgerissen - Mutter drauf geschweißt und weiter geht’s. Dichtung erneuert - fertig. ursprünglich war da eine Metelldichtung drinnen - die haben sie hier natürlich nicht - scha ma mal wie lange die hält.
Beim Zurückkippen der Kabine hat sich das Schaltgestänge noch etwas verhakt - auch diese Problem wurde rasch gelöst.
Wieder einen Tag bei extremer Hitze in der Werkstatt verbracht.
WIR SIND HAPPY
Jetzt ab ins Pool und es beginnt zu regnen.
Christine hat mit ihren Crocs einen Teer- oder Ölpatzen mit in den IWI gebracht. Als wir dies bemerkt haben, ist es zu spät. Da Zeug klebt auf meinen Füßen und ist kaum mehr runter zu bekommen.
Wir freuen uns schon auf ein gutes Abendessen. Es gibt Beef Curry mit Naan - köstlich, das vegetarische habe ich sicherheitshalber nicht angerührt.
28.10.25 - Mi casa, Su casa, Lukasa - Relaxday

Heute einmal nur ausspannen. Laut Aussagen der anderen Overlander, ist das hier eine der gemütlichsten Campsites Zambias. Und wahrlich hat die sehr familiären Charakter. Allabendlich werden wir von Geke hervorragend bekocht und essen alle gemeinsam. Besser geht’s nicht.
Dabei werden viele Erfahrungen ausgetauscht und Bekanntschaften geschlossen.
Nachmittags gibt's dann eine kleine Regenzeit.
Unser Nachbar aus DE versucht sich gerade als Mechaniker. - er macht das aber sehr geschickt.
29.10.25 - Lusaka - Bridge Camp

Wir müssen durch Lusaka durch - ein Albtraum - ich hasse große Städte mit dem IWI - speziell hier in Afrika. Die Leute rennen über die Fahrban und wollen dir etwas verkaufen - von Bananen bis Unterhosen. Der Verkehr ist einfach eine Katastrophe. Aber ja, das ist ja allgemein bekannt.
Jetzt eine Polizeikontrolle: Das Auto vor mir wird rausgewunken. Eine Polizistin deutet mir den Weg geradeaus, also fahre ich weiter. Nach ca. 300 m überholt mich ein Zivilfahrzeug und deutet mir anzuhalten. Ein Polizist springt aus dem Auto, nimmt meinen Fürhrerschein an sich und meint „follow me“. Also zurück zum Ort der Geschehens.
Dort füllt er mühsam ein großes Formular aus und will von mir 11500 Kwacha (grob 460€). Ich sei der Anhalteaufforderung nicht gefolgt. Aber jetzt kommt‘s.
Ich solle zum IWI gehen und schauen, was ich ihm anbieten könne. Er sei wie mein Vater und wolle nur Gutes für uns - Welcome to Zambia.
Ich biete ihm 2400 Kwacha ( rund 100€) - er lächelt, steckt sie ein und meint, jetzt können wir weiter fahren. „Save Trip“.
Ja die Korruption ist hier allgegenwärtig.
Endlich dem Moloch entflohen, geht’s weiter auf der T4 Richtung Luangwa Tal.
Im Bridge Camp treffen wir wieder unsere Freunde aus England (Fay und ihren Mann) - ja wir haben annähernd das gleiche Ziel.
30.10.25 - Chipata - Mama Rula Camp

Heute haben wir ein wenig Strecke gemacht.
Wieder 3 Polizeikontrollen. Eine Polizistin war sehr neugierig: Was wir im Container geladen hätten, ist die Frage - nichts, das ist eine Wohnkabine. Als ich ihr die Türe öffne gehen ihr die Augen über - so etwas hat sie noch nie gesehen. Angesichts der fehlenden Ladung, will sie dann noch die Einreisestempel im Pass sehen.
Der nächste will wieder die Haftpflichtversicherung sehen (klebt auf der Windschutzscheibe) - ah ja, ok. Dann fragt er mich, ob das da vorne meine Frau sei - ich mit dem Einserschmäh: Ja, wenn nicht, wäre sie wohl 20 Jahre jünger. Viel Gelächter.
Sonst eine sehr gute Straße - die beste bis jetzt in Zambia. Teilweise hat die Hitze den Teer so weich gemacht, dass er seitlich weggedrückt wird - habe ich so auch noch nie gesehen.
Auf der Mama Rulas Campsite sind wir alleine, trotzdem würden sie für uns kochen.
Beim täglichen Rundgang um den IWI, bemerke ich dass die provisorische Auspuffhalterung, die uns in Palmwag voriges Jahr angefertigt wurde, gerissen ist. Gott sei Dank habe ich in Nelspuit bei MAN damals die originalen Gummipuffer gekauft uns einen davon heute eingebaut.
Es ist schon finster, als mit lautem Getöse ein LKW ankommt. Es ist einer jener Panoramafahrzeuge für Pauschalreisen quer durch Afrika. Die 7 Gäste bauen jetzt noch ihre Zelte auf und bekommen auch noch Essen.
31.10.25 - Mfuwe - South Luangwa - Track & Trail River Camp

Auf der Fahrt von Chipata nach Mfuwe kommen wir durch viele Dörfer, die ziemlich verdreckt sind. Vor den Häusern liegen Unmengen Plastikmüll und anderer Unrat. Es ist mir unverständlich, wie man so leben kann. Aber dies stört die Bewohner offenbar nicht. Wie wir später erfahren gibt es am Land einfach keine Müllabfuhr.
Dann sieht man abgeholzte Areale - hier wird alles zu Holzkohle verarbeitet, dann ziehen die Händler weiter und roden den nächsten Platz.
In Mfuwe noch ein kurzer Stop bei Tribal Textiles, wo wir 2 Tischläufer erwerben. Hier ist alles handgemacht, man kann sogar bei der Produktion zuschauen, oder sich selbst versuchen.

Endlich Schatten - im Track and Trail River Camp stehen wir unter einem großen Baum - und jetzt ab ins Pool. Es ist sauber und angenehm kühl - genauso wie das Bier danach.

Die ersten Besucher sind auch schon eingetroffen. Abends an der Bar das letzte Sonnenlicht genutzt.

1.11.25 - South Luangwa - Track & Trail River Camp 2
Der große Baum unter dem wir hier sitzen ist ein Natal - Mahagoni.

Vom Pool aus sehen wir eine Elephantenherde näherkommen.
Ein Baboon versucht unser Stromkabel anzuknabbern.
Wir erfahren gerade von einem Overlander , dass die Grenzen zu Tansania wegen der Unruhen mit 700 Toten gesperrt seien. Auch Diesel könnte knapp werden, der kommt ebenfalls fast zur Gänze von ebendort.
Nachmittags kommen noch ein paar Elephanten durch die Campsite.
Am Abend machen wir noch einen Evening Gem-Drive.

Endlich sieht Christine ihren männlichen Löwen - ein Pärchen auf Honeymoon. Das Paar distanziert sich vom Rudel uns so haben wir es gefunden. Der Löwe schaut schon etwas gezeichnet aus - vom vielen …




2. - 6. 11.25 - South Luangwa - Wildlife Camp
4,5km gefahren. Auf Anraten vieler Freunde haben wir das Camp gewechselt. Stehen direkt am Flussbett. Lästige Affen gibt’s hier leider auch, dafür ein traumhafter Blick über den fast ausgetrockneten Luangwa.

Die Sanitäranlagen waren drüben besser, Schattenbaum -Fehlanzeige, der Ausblick entschädigt aber. Ich denke wir werden ein paar Tage bleiben und dann nach Malawi weiter fahren, bis sich die Situation in Tansania beruhigt hat. Im Moment sind die Grenzen noch geschlossen.

Im Restaurant kommt uns noch eine Giraffe besuchen. Es ist eine im Luangwatal endemische Giraffenart - die Thornicroft's oder Luangwa Giraffe.
3.11.25
Wir müssen den Platz wechseln - leichtes Chaos in der Rezeption. Unsere Nachbarn aus der Schweiz (Tania und Bene) haben uns bei sich aufgenommen.
Zwei Portugiesen erzählen uns, dass es in Malawi kaum mehr Diesel gibt. Und die Campsites füllen sich, weil in Anbetracht der Spritsituation, niemand mehr wirklich weiterfahren will.
Dunkles Gewölk tut sich hinter uns auf - vielleicht endlich Regen. 🌧️⛈️☔️💧- doch nicht!
Im Restaurant haben wir wieder Giraffenbesuch.

Einen sehr netten Abend mit Tania & Berhard verbracht - viele Erlebnisse von Australien bis Südafrika ausgetauscht. Ein sehr erfrischendes Paar. Sie haben eine ähnliche Reiseroute wie wir und sind auf der selben Wellenlänge.
4.11.25
Heute müssen wir schon wieder übersiedeln. Eine Safarireisegruppe hat die schönsten Plätze im Voraus gebucht.
Wir erhalten die ersten Meldungen von Leuten aus Tansania - offensichtlich sind die Internetabschaltungen dort vorbei.

Jetzt marschiert gerade ein Elephant durchs Camp. Wir folgen ihn zu einem Tümpel, wo er ein ausgiebiges Bad nimmt.
Ein Abendessen mit Tania & Bernhard und einem britischen Paar (Tracy & Barry) führt zu regem Gedankenaustausch über Malawi und Tansania. Weit nach Mitternacht gehen wir rotweingeschwängert zu Bett.
5.11.25
Heute Morgen fahren Tania & Bernhard weiter - ich bin sicher, dass wir sie noch einmal treffen werden.

Am Abend macht sich ein Hippo auf den Weg durch die Campsite.
Wir erfahren, dass es in Chipata keinen Diesel mehr gibt. Lange Schlangen bilden sich auch bei den Tankstellen in Malawi. Trotzdem werden wir morgen in Richtung Malawi aufbrechen. 350 Liter haben wir ja noch.
6.11.25 - Chipata - Deans Hill View Lodge

Sind wieder in Chipata, Großeinkauf bei Shoprite und permanente Dieselsuche. Bei 7 Tankstellen bis jetzt gescheitert. Wollen morgen nach Malawi, aber dort ist die Situation ähnlich.
Die Taxis und die Einheimischen bekommen Diesel, aber wir nicht. Sie boten uns welchen für 3 US$/L auf dem Schwarzmarkt an - aber das ist verrückt.
Zentral gelegen ist die Deans Hill View Lodge - aber wieder eine, wo wir froh sind eine eigene Nasszelle zu haben.
Wir wollen zur Wheelhouse Marina fahren, sie liegt am kürzesten Weg zum See. Besser am Lake Malawi auf Diesel warten, als in Chipata. ⛽️⛽️⛽️
Malawi
7.11.25 - Lilongwe - Barefoot Lodge and Safaris

Auch heute ist in Chipata kein Diesel zu bekommen. So fahren wir zur Grenze.
Es ist sehr mühsam, da sie hier gefühlt alle 5 min Stromausfall haben.
Wir haben am Schwarzmarkt ein wenig gewechselt. Beim Bezahlen der Versicherung
in Malawi Kwacha statt US$ wollte der Agent den Schwarzmarktkurs anwenden, was ich zu verhindern weiss. Nach längerer Diskussion, bezahle ich den offiziellen Kurs, was die Hälfte ist.
Was positiv auffällt, die Dörfer sind hier teilweise wesentlich gepflegter - kein Müll mehr vor den Häusern.
Im Vorbeifahren sehen wir eine Tankstelle mit LKW‘s - es gibt DIESEL !!!
Eine Stunde warten wir schon in der Schlange - hoffentlich geht er jetzt nicht wieder aus.
Es geht sich aus - nach 1,5 Stunden bekommen wir 71 Liter zum stolzen Preis MWK3500 oder €1,75. Wenn das so weiter geht, werden wir in Malawi die meiste Zeit an Tankstellen verbringen.
Knapp vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir die Barefoot Lodge. So wie‘s aussieht bekommen wir sogar etwas zu essen.
Ja, zwei Portugiesen Steaks und kaltes Kuche Kuche (Kutschi Kutschi)
Gerade kommt ein junger Mann in die Bar - Andreas. Wir haben ihn im Track & Trail Camp getroffen. Er führt eine 6-köpfige amerikanisch/australische Gruppe quer durch Afrika.
Auch er ist hier, aufgrund der Verzögerungen an der Grenze, gestrandet.
8. - 13. 11. - Chembe Eagles Nest Resort

Durchwachsene Fahrt durch viele Dörfer, über den Golomoti Pass und dann auf grottenschlechter Fahrbahn weiter auf die Halbinsel in den Lake Malawi NP.
Dass die Dörfer hier sauberer seien, ziehe ich hiermit definitiv zurück, dies war nur kurz nach der Grenze so.
In Chembe quälen wir und durch die engen Gassen des Fischerdorfes. Manchmal geht es sich nur um Zentimeter aus.
Im Eagles Nest Resort werden wir freundlichst von einer Frau empfangen, lernen dann noch Nina & Gernot aus Steyr kennen und verbringen einen netten Abend zusammen.
Unser Stellplatz ist sehr schräg - vielleicht fährt morgen jemand weg, dann können wir übersiedeln.
Nina hat uns erzählt dass sie nach langem Anstehen an einer Tankstelle genau einen Liter Diesel bekommen haben und 10 Liter am Schwarzmarkt für 4€/L.
Wir werden hier am See ausharren, bis sich die Situation gebessert hat. Nette Leute, ein gutes Restaurant - da lässt es sich schon eine Weile aushalten.

9.11.25
Heute Morgen haben wir den Platz gewechselt - 1. Reihe fußfrei, direkt an Strand. 👍
Das erleichtert das Warten auf Diesel ungemein.
Die Chefin hier ist eine extrem nette Person - so bemüht und zuvorkommend. Es ist eine wahre Freude.
Der Maler hat sein Werk vollendet.
Abendessen am Strand - es ist fast wie Honeymoon.
10.11.25

Ein bisschen im Pool dümpeln, lesen und faulenzen.
Christine hat die Einraumwohnung gepflegt, Wäsche gewaschen - ja frisches Bettzeug tut richtig gut. Ich habe mir derweil das Cockpit vorgenommen.
11.11.25
„ATTERSEE-FEELING“ - wir sind am See und es regnet. Gestern noch Sturmböen - heute wolkenverhangene Berge und konstanter Regen. Da ein Donner - also doch eher ein Gewitter.
Ich habe meinen Kaffee noch nicht ausgetrunken, bin also geistig noch nicht ganz auf der Höhe.

Unser Schweizer Freunde Tania & Bernhard stoßen wieder zu uns. Sie hatten nach 5,5 Stunden Wartezeit keinen Diesel bekommen, weil der Tankwagen nicht ankam.
Das Wetter hat sich beruhigt - die Sonne kommt raus. Wieder ein gemütlicher Tag. Die Fischer von Chembe sind jetzt sehr aktiv.
12.11.25

Krankenstand
Gestern Nacht quält mich mein Gedärm gewaltig. Mit leichtem Fieber, verbringe ich den Tag im IWI. Christine verwöhnt mich mit Tee und Süppchen.
13.11.25
Heute geht’s mir schon wieder besser - das Nachmittagsbier hat gehalten. 🤣
14. - 15.11.25 - Nkhotakota Pottery Lodge
Auf dem Weg zur Pottery Lodge kamen wir kurz vor Salima in eine Polizeikontrolle. Als wir anhalten sieht Christine eine Tankstelle, auf der 3 Autos stehen und der Polizist meint, die hätte Diesel - also problemlos vollgetankt - ein gutes Gefühl.

In der Pottery treffen wir wieder auf Tania & Bernhard.
Hier wird uns gesagt, dass wir, aufgrund der Größe des IWI, mehr zu bezahlen hätten. Die Chefin meint, dies sei eine sehr exklusive Lodge und große Fahrzeuge richten mehr Schaden im Gras an - daher der höhere Preis. Als sie aber merkt, dass wir nicht bereit das zu akzeptieren, lenkt sie ein.
Die Lodge ist schön, das Restaurant gut, aber exklusiv ist anders, da haben wir schon ganz anderes gesehen.
In der Nacht gibt es ein ordentliches Unwetter - wir wachen zu spät auf und in der Kabine steht schon 1cm das Wasser. Aufwischen um 0400 früh - es gibt Lustigeres.
15.11.25

Jetzt erst einmal alles zum Trocknen aufgehängt.
Ein herrliches Frühstück mit Seeblick.
Jetzt kommen mehrere Fischerboote mit einem Lateinersegel (ähnlich den ägyptischen Feluken) und verkaufen ihren Fang am Strand - er Andrang ist groß. Als alle Fische verkauft sind kehrt wieder Ruhe ein. Und auch bei uns ist es ein ruhiger Tag.
Chris, von der Riverdance Lodge, hat mir gerade geschrieben, dass mein 2. Carnet heute angekommen ist. Er nimmt es mit in die Schweiz und schickt es von dort an den ADAC. 7 Wochen für einen Brief - Danke österreichische Post. Mit DHL hat‘s von München 5 Tage gedauert.
16. - 18.11.25 - Makuzi Beach Lodge

Heute ist Sonntag und wieder ist die Bevölkerung im bunten Festtagsgewand unterwegs.
Tania fährt jetzt ein Stück mit mir im IWI mit.
Wiedereinmal über Pothole-Strassen und durch unzählige Dörfer zur Makuzi Beach Lodge. Sie gilt als eine der Schönsten in ganz Malawi.
Als wir ankommen, erklären man uns, dass keine Trucks auf die Campsite dürfen, da sie große Flurschäden verursachen würden. Nach langen Diskussionen dürfen wir gemeinsam mit Tania & Bernhard dann doch auf einen Platz. Die beiden Damen haben erfolgreich ihren Charme spielen lassen.
Aufgrund des Stromausfalls, ist das Restaurant geschlossen - also müssen wir kochen. Dann noch ein schönes Feuerchen gemacht und mit ein paar Gläschen Wein einen gemütlichen Abend verbracht.
17.11.25

Karibik-Feeling kommt auf. Tolles Wetter und warmes Wasser. Wir sind hier praktisch alleine - der Strand gehört uns. Außer uns Vieren ist noch ein deutsches Paar hier - das war’s.
Christine, die Bilharzia-Würmer und ich genießen den See. In 6 Wochen schlucken wir dann einmal Tabletten, dann ist dieses Thema auch gegessen.

Gezieltes Abbrennen von Buschgras - das ist schon ein wenig nahe. Es geht alles gut, das Feuer erlischt, als der ganze Hügel abgebrannt ist.
Abends hat uns noch Thekla besucht.
18.11.25
Wir beschließen noch einen Tag zu bleiben - es ist soooooooo schön hier.
Ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse und dann ein wenig Kartenstudium.
Unsere Vorräte gehen zur Neige, daher müssen wir abends wieder ins Restaurant.
19.11.25 - Vwaza NP - Kazuni Camp
Erstmal in Mzuzu einkaufen - ein unbefriedigender Versuch. Shoprite, der einzige Supermarkt erinnert an Kuba: leere Regale. Keine Wurst, kaum Fleisch, keine Eier, Brot-naja?! Dafür Mosquito Repellent - auch wichtig. Und kein Alkohol - gar keiner.
Tania entdeckt dann irgendwo einen Liquorstore, während wir aus der Stadt flüchten.

Wir haben das Gefühl, dass halb Malawi brennt. Wenn wir an den Dörfern vorbeifahren, schägt uns immer beißender Brandgeruch entgegen.
Am Kazuni Camp angekommen hören wir schon die Hippos.
Jetzt warten wir auf Tania und Bernhard. Ja, sie kommen - wir sing hier völlig alleine. Tiere sehen wir nur aus weiter Entfernung. Das Chalet, das für uns geöffnet wird, um ein WC zu haben, ist in einem katastrophalem Zustand um nicht zu sagen ekelhaft. Wieder sind wir froh unseren IWI zu haben.
20.11.25 - Nyika National Park - Chelinda Lodge
Als erstes versuchen wir bei Airtel Bargeld zu beheben. Bei einem kleinen unscheinbaren Shop ist es möglich. Wir bekommen 580.000 malawische Kwacha. (ca 110€ ). Man kann hier Geld auf‘s Handy laden und dann in jedem noch so kleinen Hüttendorf beheben.
Dies ist tatsächlich die schlechteste Straße, seit wir in Afrika unterwegs sind. Extreme Steigungen, riesige Steinplatten durch den strömenden Regen extrem rutschig und sumpfartige Durchfahrten in denen man nicht mehr richtig lenken kann. Ein paar Situationen sind mehr als haarig. Ja, 12 Tonnen haben es manchmal in sich.

Die Lodgebetreiber waren doch erstaunt, dass wir mit IWI hier hoch gekommen sind. Die Lodge liegt auf 2300m. Sie ist im Reiseführer unter den 10 besten Lodges angeführt, aber mittlerweile ist das Restaurant und die Bar geschlossen - SELBSTVERSORGER.
Aufgrund des Regens nehmen wir uns ein Zimmer. Dies ist nur unwesentlich teurer als die Campsite, dafür können wir vor den Restaurant schlafen und müssen nicht auf die einsame Campsite fahren.
In der aufgelassenen Restaurantküche kocht Tania ein Hühnergeschnetzeltes, wir den Reis.
Beim offenen Kamin genießen wir das Mahl.
Wir schlafen trotzdem im IWI - „my home is my castle“.
21.11.25 - Way back to Chitimba
In der Früh hat es zu regnen aufgehört. Gut so, denn wir müssen die ganze Strecke wieder zurückfahren, um aus dem Park zu kommen.
Christine hat, nach den gestrigen Erlebnissen, ein wenig Angst, aber ich denke, ohne Sturzbäche werden wird die Strecke zu meistern sein.

Ja, so ist es auch. Nach 3 Stunden haben wir es geschafft und die Reifen haben die scharfen Felskanten auch gut überstanden.

Nach weiteren 3 Stunden auf schlechtester Straße, stehen wir jetzt an einer Baustelle, wo sich ein Tanklaster an der engsten Stelle festgefahren hat. Keiner weiß, wie lange das dauern wird.
Jetzt wird es langsam finster und wir haben noch 34km Bergstraße vor uns.
Zu allem Überfluss fällt Christine mein Autoschlüssel zwischen Kabine und Koffer aus der Hand. Er prallt auf‘s Getribe und versinkt dann im Gatsch. Die Bergung ist nicht ganz einfach, aber gelingt.
Nach 1 Stunde geht es endlich weiter - ca 100m. Da rutsch der LKW vor mir im Schlamm auf einen steckengebliebenen Bus. Es sind nur mehr ein paar cm Luft zwischen den Beiden.
Aus dem Baustellennachtplatz wird nichts. Der Bus wird aus dem Morast gezogen - und weiter geht’s zum Camp. Es ist 2200 und das Tor wird uns geöffnet - nur das Restaurant hat schon zu.
22. - 24.11.25 - Chitimba Camp
Heute entdecke ich, dass IWI die Kletterei der letzten beiden Tagen doch nicht ganz schadlos überstanden hat. Das Tankband vom kleinen Tank ist gerissen.

Ed, der Besitzer ruft einen befreundeten Mechaniker an, der 20 min später vor Ort ist, das Band abmontiert und meint, er sei in einer Stunde wieder hier.
Es stellt sich heraus, dass er den Tank ausbauen muss. Er kommt morgen wieder.
Tania und Bernhard kommen, sie hatten die Nacht auf der Mushroom Farm verbracht.
Ein netter Arbeiter hier bietet uns an den IWI zu waschen, was ich natürlich gerne annehme.
Wieder verbringen wir einen netten Abend mit Tania & Bernhard 😁.
23.11.25
Statt „ early in the morning“ kommt der Mechaniker erst zu Mittag. Er baut en Tankträger aus - und siehe da er ist erneut gebrochen.
Tania & Bernhard verlassen uns und ziehen ein Stück weiter.
24.11.25

Jetzt bekommen wir noch Besuch einer Schulklasse, die die Wiese reinigt. So süße Kids.
Nun ist es soweit - die Haare müssen weg. Nach der Halbzeit versagt mein Haartrimmer, aber mit WD40 klappt‘s wieder. 🤣
Tanzania
25. - 27.11.25 - Mbeya - Pauls Hidden Hillside
Tanzania - wir kommen
Wir brechen zeitig auf - und kommen doch erst spät abends an.
Vorbei an Fischerdörfern, in denen Unmengen an Minifischen zum Trocknen ausgebreitet werden, erreichen wir die Grenze.
Die Malawstation geht rasch, die Tanzaniagrenze erweist sich als mühsam, daher nehmen wir uns einen Fixer, übrigens einen ausgesprochen netten.
Als wir dies alles hinter uns gebracht haben, wechseln wir noch am Black-Market (werden über's Ohr gehauen, bemerken wir natürlich erst später) und besorgen uns SIM-Karten.

Die Weiterfahrt eröffnet uns eine völlig andere Landschaft. Üppige Täler voller Bananenstauden, Kaffee- und Teeplantagen und größere Hauser mit steilen Dächern. So klettern wir auf 1700m nach Mbeya. Die ehemalige Goldgräberstadt zeigt beim Durchfahren sehr reges Treiben. Wegen seiner Lage in einem Hochtal wird Mbeya auch das Schottland Afrikas genannt.
Im Stockfinsteren erreichen wir das Camp von Paul, dem Butcher. Ein sympathischer Engländer, der sich hier niedergelassen hat.
Tania hört uns kommen und öffnet uns das Tor.
Paul macht uns noch einen ausgezeichneten Burger. Dabei treffen wir noch ein englisches Paar, das mit Motorrädern die Westküste runter gefahren sind.
26.11.25
Jetzt mit Paul die Werkstatt aufgesucht und einen Termin morgen früh bekommen.
Der Landy von T&B ist heute nicht fertig geworden. Wir kochen gemeinsam und die Beiden schlafen heute in der Werkstatt.
27.11.25

Wieder einmal wird die Tankhalterung abgenommen. Neue Träger gibt es nicht, aber sie schweißen jetzt eine Platte drauf, die dann hoffentlich endgültig hält.
Nach 9 Stunden sind wir immer noch hier. Das Arbeitstempo ist hier eher auf Zeitlupe getrimmt.
Paul „the butcher“ schaut vorbei, er ist schon etwas beunruhigt, denn heute wird bei ihm thanksgiving gefeiert und er hätte uns gerne dabei.
Gegen 2000 sind sie endlich fertig und wir kommen gerade noch rechtzeitig zum Schmaus.
28.11.25 - Momba - irgendwo in der Pampa
Gestern haben wir viel Zeit gehabt, um unsere Reiseplanung zu überdenken.
Am 9.12. ist Unabhängigkeitstag und es werden wieder Unruhen erwartet. Geplante Dieselrationierung und Internetabschaltung werden kolportiert. Sogar die Absage des „day of freedom“ steht im Raum - ob das die Situation beruhigt ist mehr als fraglich. Die Leute hier raten uns zur Vorsicht und Städte sollten wir meiden.
Daher werden wir uns im Westen Richtung Ruanda und Uganda bewegen und dort die Geschehnisse abwarten - evt. können wir ja erneut nach Tanzania einreisen, wenn sich alles wieder beruhigt hat.

Unsere heutige Fahrt führt uns von Mbeya Richtung Tunduma. Dort ist die Hölle los. Hunderte LKW‘s und Tanklaster stehen in Warteposition Richtung Grenze. Keine Ahnung, ob die Grenze geschlossen oder offen ist. Jedenfalls ein Riesenstau. Christi steigt aus und fragt einen Local und der zeigt uns eine Abkürzung zu der Straße, die uns in den Norden führt. Über Stock und Stein krabbeln wir durch Wohngebiete, die wir sonst nie gesehen hätten.
Auf einem Straßenmarkt kaufen wir Somosas, Gemüse und eine Ananas.
Frisch gefangene Fische mit 1000 Fliegen drauf lieber nicht.
Nachdem es hier keine Campsites gibt, parken wir wild. Den Bauern gefragt, mit einer Dose Bier überzeugt, schlafen wir auf seinem Feld.
Ein super gemütlicher Abend mit T&B, ein wenig Rotwein und sternenklarem Himmel. So lässt‘s sich aushalten.
29.11.25 - Nzoka - Willkommen im Polizeistaat

Als wir am Morgen wegfahren stoppt uns ein Mann mit Ausweis um den Hals und fragt, was wir hier machen. Wir erklären ihm, dass wir hier, mit Einverständnis des Bauern hier übernachtet haben - er ist zufrieden und lässt uns fahren.
Nach 30km Checkpoint. 2 Typen in Ruderleiberl und Badeschlapfen stoppen uns. Es wird heftig telephoniert - der zuständige Beamte käme in 5‘. Alle anderen dürfen weiterfahren.
Nach 10‘ kommt ein Officer, checkt die Pässe und meint, wir müssten in 2km zur Polizeistation, um unsere Papiere nochmals zu checken. Er setzt sich auf den Beifahrersitz und will Christines Rucksack öffnen, was ich verhindere. Dann will er mit mir mitfahren, was nicht geht, da wir nur 2 Sitze haben - dann reagiert er unwirsch und nimmt uns die Pässe ab. Nach langen Telephonaten seinerseits bekommen wir sie zurück.
Jetzt meint er, es müsse ein Commissioner aus Tunduru kommen (Fahrzeit: 1h 45‘) - den Grund für diese Schikane will er uns nicht erklären und fährt einfach weg.
Nach einer weitern Stunde kommt der Commissioner, ein eigentlich sympathischer Mann.
Er besitzt Photos von unseren Fahrzeugen und will genau wissen wo wir geschlafen haben usw. Er erklärt uns dass dies illegal sei - wir hätten das beim Dorfvorstand oder einer Polizeistation melden müssen. Offensichtlich hat uns jemand vernadert und die Photos der Militärpolizei geschickt. Das Ganze erinnert schon ein wenig an die STASI. Dann wurden Photos von unseren Pässen und dem Carnet angefertigt.
Die Strassensperre wurde extra für und aufgebaut. Dann beratschlagen 8 Mann hoch, wie sie mit uns verfahren werden. Es gibt eine Verwarnung - alles sehr freundlich und höflich, aber bestimmt.
29.11.25 - Lake Tanganyika - Lake Shore Lodge & Campsite

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Lake Shore Lodge & Campsite. Wir werden herzlichst begrüßt und bekommen ein super gutes Abendessen und kaltes Bier. Zu guter Letzt noch ein Bilderbuch-Sonnenuntergang.
Die Erzählung der Aktion mit der Militärpolizei löst hier nur blankes Kopfschütteln aus. Nach den heutigen Erlebnissen ist unsere Affinität zu Tanzania etwas gedämpft.
30.11. - 1. Advent

Christbaum haben wir keinen mit, maber der Weihnachtswichtel ist immer dabei.
Auf unsere Frage, ob es eine Waschmaschine gäbe: „Wir haben sieben davon: Anna, Maria, Helena, Kube …….. also waschen wir selbst.
1.12.
One more day !! Es ist so schön hier, dass wir um einen Tag verlängern. Ein gutes Gefühl diese Freiheit zu haben.
Wir haben eben erfahren, dass es im Katavi NP die Möglichkeit gibt ein „special camping“ zu buchen, zwar etwas teurer, dafür darf man überall im Park campen. Laut dem Lodgebesitzer ist diese Möglichkeit einmalig in Afrika.
2.12.25 - Katavi NP - Ikuu Camp

Bad road to Katavi. Es gibt hier kein Gate, man sagt uns, wir müssten zum Air-Strip, da gäbe es ein Rangerhäuschen. Ja, nur leider ist niemand da. So suchen wir den Weg zur Campsite und fahren durch den wunderschönen Park. So wie es kommen musste, werden wir von Rangern mit Kalaschnikows angehalten und nach dem Permit gefragt. Wir erklären ihnen unsere Suche, wieder werden wir fotografiert. Man erklärt uns, wir bekämen unser Permit morgen auf der Campsite.
Dort angekommen, machen wir Feier und bereiten das Abendessen vor.
Plötzlich hören wir ein massives Surren - in Baum nebenan nistet ein Bienenschwarm, der, wie uns der Wächter erklärt, auf Mückenspray aggressiv reagiert.
Plötzlich erscheinen 2 andere Ranger und sagen, dass einer von uns zum Air-Strip mitkommen müsse. Tania fährt mit. Lager Rede kurzer Sinn: nach einer Stunde kommt die wieder. Die Ranger wollten für 2 Nächte 1700 US$. Die sind wir definitiv nicht bereit zu zahlen. Dann meinen sie, wir hätten fotografiert, also müssten wir einen Tag bezahlen. Meine Antwort werde ich hier nicht zur Gänze wiedergeben, aber teilweise. „ Sie sollen doch ein Gate machen, dann weiß man im Vorhinein, dass dies reine Abzocke ist“ - und wir zahlen gar nichts. Wir verlassen das Camp und werden noch bis zur Hauptstraße eskortiert.
Spät abends erreichen wir dann Sitalike und das Riverside Camp.
3.12.25 - Sitalike - Riverside Camp
Heute Morgen - oh Schreck: Das andere Tankband ist gerissen. Jetzt reicht‘s langsam. Wieder Mechaniker organisiert - Tankhalter ausgebaut, Band geschweißt - Ok
Der Besitzer des Riverside Camps gibt uns recht und meint, es kämen in letzter Zeit viel weniger Touristen, weil ihnen die Parks einfach viel zu teuer seien.
Vielleicht werden es die Zuständigen kapieren, das sich Besucher nicht alles gefallen lassen. Dies hat schon in manchen Ländern Wirkung gezeigt.
Schließlich machen wir uns zu Mittag auf den Weg zu den Nikondwe Waterfalls.

Das Camp dort ist zu klein für unseren IWI - also fahren wir weiter. Bevor es dunkel wird suchen wir auf iOverlander ein wildes Plätzchen zum Übernachten. Ein alter Steinbruch hinter einem Hügel - kaum einsichtig, eben und ruhig. Ich hoffe diesmal erwischt uns keiner - sonst werden wir noch wegen ungebührlichen Verhaltens des Landes verwiesen.
Hinter Mpanda - Wildstehen im Steinbruch
Wir riskieren es wieder und machen es uns gemütlich. Der Vollmond spendet uns dezente Beleuchtung und die Grillen geben ihr Abendkonzert. Ein Fläschchen südafrikanischer Rotwein - wieder einmal ein sehr gemütlicher Abend
4.12.25 - Kigoma - Jakobson Camp
Noch 30 km Piste, dann gibt’s wieder Asphalt. In Kigoma frischen wir unsere Vorräte auf und erreichen dann direkt am See das Jakobson Camp.
Morgen machen wir einen Bootstrip zum Gombe-Stream-Nationalpark von der berühmten Schimpansenforscherin Jane Goodall.

5.12.25 - Gombe National Park
Jane Goodall - Wissenschaftlerin. Naturschützerin. Humanistin.

1960 schlug sie zum ersten Mal im heutigen „Gombe Stream National Park“ in Tansania ihr Lager auf. Fünfundzwanzig Jahre lang lebte sie dort mit den wilden Schimpansen. Und dann kehrte sie 1986 ihrem kleinen Paradies den Rücken – und wurde zur unermüdlichen Aktivistin für ein Leben, in dem Mensch, Tier und Umwelt eine Zukunft haben.
Keine sechs Monate nach ihrer Ankunft in Gombe machte sie eine Entdeckung, die als einer der entscheidenden wissenschaftlichen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts gilt. Bis dahin hatte der Glaube gegolten, der Mensch allein sei die Krone der Schöpfung – weil nur er Werkzeuge nicht nur benutze, sondern auch herstelle.Jane Goodall bewies das Gegenteil – sie beobachtete, wie ein Schimpanse, den sie „David Greybeard“ getauft hatte, einen Termitenhügel erklomm, sich von einem Baum einen Ast abbrach und daraus ein Werkzeug formte, mit dem er an die Termiten tief im Inneren des Baus gelangen konnte. Fast zeitgleich entdeckte sie auch, dass Schimpansen nicht – wie bis dahin angenommen – reine Vegetarier waren. Janes Forschungsjahre in Gombe veränderten unsere Sicht auf Schimpansen grundlegend und definierten die Beziehung zwischen Mensch und Tier völlig neu.
Der Gombe Nationalpark steht ganz im Zeichen von Jane Goodall.
Ihr letzter Besuch im August diente der Verabschiedung von ihren Lieblingen. Kurz darauf ist sie verstorben.

0430 Wecker gestellt und siehe da, es steht ein Zebra beim IWI. Völlig unaufgeregt schaut es mich an, fast als wolle es betteln.
Um 0600 sollte Abfahrt sein, aber der Motor streikt. So wird mit einem Motorrad ein anderer herbeigebracht.
Mit einer Stunde Verspätung legen wir dann ab. Nach 2,5h Fahrt sind wir endlich im Park. Schüttregen begleitet uns die letzte Stunde.
Nach einer kurzen Einführung in die Familienstrukturen der Schimpansen, deren Gewohnheiten und Lebensweise, geht’s mit 2 super netten Guides los. Der Regen hört auf, wir wandern den Strand entlang zu einer Pavianfamilie.
Dann geht es ca 800 Höhenmeter richtig steil bergauf. Irgendwie verlassen mich fast meine Kräfte und die Puste - ja null Kondition. Ich bis völlig durchgeschwitzt - kein Wunder bei knapp 100% Feuchtigkeit. Ein Guide nimmt mir den schweren Photorucksack ab.

Endlich sehen wir die ersten Schimpansen.

Danach, in einem stolzen Baum sitzt dann die Großfamilie. Ganz oben das Alphatier Seite an Seite mit dem Stammesältesten. Die restliche Familie verbringt die Zeit mit lausen und die Jüngsten tollen herum.
Eine Stunde haben wir Zeit für unsere Beobachtungen, dann bekommen die Schimpansen wieder ihre Ruhe.
Bergab zu gehen ist angenehmer, aber ein wenig rutschig.
Im Restaurant, wenn man das überhaupt so nennen darf, werden wir vorerst ignoriert, auf meine Frage nach kaltem Bier: wir haben nur warmes. Das Essen kommt und ist teilweise kalt.
Kein Highlight- trotzdem möchte ich das Erlebte nicht missen.
Am Rückweg kommt ein wenig die Sonne raus.
6.12.25 - Nyakanazi - Kibondo Hotel mit Campsite

Nach ca 2 km beginnt IWI zu stottern - der kleine Tank ist leer und die Dieselpumpe saugt Luft an. Ich schalte um, aber offensichtlich zu langsam.
Viele Startversuche - erfolglos. Also Führerhaus kippen, System entlüften und los geht’s.
Ein paar Minuten später läuft die Schaltung ins Leere. Offensichtlich ist die Aufnahme für‘s Schaltgestänge nicht richtig eingerastet. Ich hopple noch aus dem Kreisverkehr und krieche wieder unter den IWI.
Der Rest der Fahrt war unspektakuläre - überall saftiges Grün, Bananen, Avocado- und Mangobäume.
Im „Hotel“ gibt es nur Plumpsklo mit Kübelspülung und auch Kübeldusche. Erinnert etwas an die „ Ice Cube Challenge“. Das Restaurant ist natürlich auch nicht in Betrieb. Also kochen die Damen eine Eierspeise mit Melanzani und Käse. Ein Fläschchen tansanischer Rotwein dazu - der Abend ist somit gerettet.
Ruanda
Völkermord in Ruanda (1994)
Im Frühjahr 1994 kam es in Ruanda zu einem der schlimmsten Völkermorde des 20. Jahrhunderts. Innerhalb von etwa 100 Tagen wurden rund 800.000 Menschen getötet. Die Gewalt wurde hauptsächlich von Hutu-Extremisten gegen die Minderheit der Tutsi sowie gegen gemäßigte Hutu verübt.
Auslöser war der Abschuss des Flugzeugs des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana am 6. April 1994. Radikale Kräfte nutzten dies, um systematische Massaker zu starten. Die internationale Gemeinschaft griff kaum ein. Erst als die RPF (Rwandan Patriotic Front) unter Paul Kagame die Gewalt militärisch stoppte, endete der Genozid im Juli 1994.
1. Historische Wurzeln: Gesellschaftliche Gruppen: In Ruanda lebten zwei große Bevölkerungsgruppen:Hutu (Mehrheit) und Tutsi (Minderheit). Ursprünglich waren diese Gruppen keine ethnischen Völker, sondern eher soziale Klassen (Tutsi oft Viehhalter, Hutu eher Bauern). Es gab viel Durchmischung.
2. Kolonialzeit: Zuspitzung durch Belgien. Unter belgischer Kolonialherrschaft (1916–1962) wurden Unterschiede künstlich verstärkt: Die Belgier erklärten Tutsi als „höherwertig“ und setzten sie bevorzugt in Machtpositionen.1930er: Einführung von Ausweisen, die Menschen dauerhaft als „Hutu“ oder „Tutsi“ einstuften. Dadurch entstanden tiefe soziale Spannungen und Ressentiments.
3. Nach der Unabhängigkeit (ab 1962): Nach der Unabhängigkeit übernahmen Hutu-Eliten die politische Macht. Tutsi wurden diskriminiert, verfolgt und viele flohen ins Ausland (z. B. nach Uganda). Eine Hutu-Nationalideologie entwickelte sich, die Tutsi als Bedrohung darstellte.
4. Bürgerkrieg ab 1990: Exiltutsi gründeten die RPF (Rwandan Patriotic Front) und griffen 1990 aus Uganda an, um politische Teilhabe zu erzwingen. Die Regierung nutzte dies, um Anti-Tutsi-Propaganda zu verstärken und die Bevölkerung zu radikalisieren.
5. Propaganda und Vorbereitung des Genozids: Extremistische Hutu-Parteien schufen Todesschwadronen (Interahamwe, Impuzamugambi). Radiosender wie Radio Mille Collines verbreiteten Hass, bezeichneten Tutsi als „Kakerlaken“. Waffen wurden verteilt, Listen von Tutsi vorbereitet. Der Völkermord war geplant, nicht spontaner Volkszorn.
6. Auslöser: Abschuss des Präsidentenflugzeugs (6. April 1994). Das Flugzeug des Hutu-Präsidenten Habyarimana wurde abgeschossen. Extremisten gaben sofort den Tutsi die Schuld und starteten koordinierte Massaker.
7. Internationale Untätigkeit: Die UN-Truppe (UNAMIR) war schlecht ausgerüstet, durfte nicht militärisch eingreifen und bekam keine Verstärkung trotz eindeutiger Warnungen. Dadurch blieb der Genozid weitgehend ungehindert.
7. - 11.12.25 - Kayonza - Rutete Eco Lodge - Akagera National Park

Noch 100km in Tansania - davon ca. 70km schlimmste Baustelle. Wir haben noch nie so viel Staub geschluckt. Eine kleine Unaufmerksamkeit und schon liegt der Sattelschlepper im Graben.
Die Grenze nach Ruanda ist easy. Keine lästigen Fixer, keine aufdringlichen Geldwechsler. Das „East Africa Visum geht flott. Freundliches kompetentes Personal, eine Bank zum Wechseln und auch die Fahrzeugkontrolle wird von einer netten Beamtin nicht allzu genau durchgeführt. Eine der angenehmsten Grenzübertritte bisher.
Ruanda besticht durch tadellose Straßen, saubere und gepflegte Dörfer. Gehsteige, Fahrradstreifen und zur Straße hin durch Grünstreifen getrennt. Und vor allem kein Müll - gar keiner. Aber es gibt Unmengen an Radars. Auch das Plastiksackerlverbot wirkt sich positiv aus, es gibt nur Papiersackerl und am Markt muss man eigene Taschen mitnehmen.
Rutete Eco Lodge

Julienne, die Gastgeberin ist perfekt, wir campen hier und können die Duschen verwenden.
Ein wunderschönen Haupthaus und 4 Häuschen, alles sehr gepflegt und schön gestaltet. Im hinteren Teil werden noch Tiere gehalten. Esel, Hühner, Schafe und Schweine - alle dürfen tagsüber frei rumlaufen.
8.12.
Ein großartiges Frühstück versüßt uns den Morgen.
Wir plaudern viel mit Julienne und erfahren so viel über die Geschichte Ruandas und die Gründe des fürchterlichen Genozids vor knapp 30 Jahren.
Julienne's Vater war Vorstand einer lokalen Mine und bekam den Spitznamen "Rutete", was soviel bedeutet wie Einkaufskorb. Weil er am Markt für die Arbeiter immer Lebensmittel kaufte, als diese knapp am verhungern waren. Er erbaute das Haupthaus, Julienne wuchs hier auf, lebte dann 40 Jahre in Belgien und baute später das Anwesen zur Loge aus.
Angelique, eine blinde Masseurin, wirkt wahre Wunder. Die Mischung aus kräftiger Massage und Akupressur - ich fühle mich wie neugeboren.
9.12.25 - Akagera National Park
Mit Josef, unserem Guide, unternehmen wir heute einen ganztägigen Gemdrive.
100m nach dem Gate sehen wir einen Hammervogel ( der Kopf sieht aus wie ein Hammer, baut ein 25kg schwere Nest).

Dann ein wunderschönes White-Rhino (Breitmaul) mit Horn. Der Name enstand durch einen Übersetzungsfehler von "wide" zu "white" - weiß ist an diesen Rhinos gar nichts.

Kurz darauf ein riesiger Elephantenbulle, der direkt auf uns zukommt - sehr beeindruckend. Ale er bei uns vorbei geht, bleibt er kurz stehen, betrachtet uns und trottet dann weiter.

Natürlich auch vom Staub schmutzige Zebras, Baboons, Warzenschweine,, jede Menge Antilopen und ein schlafendes Löwenweibchen.
Im Norden, am Kilala Plain, steht eine riesige Büfflherde und ein Löwenrudel mit zwei ausgewachsenen Männchen, aber leider sehr weit weg. Josef meint, er könne und dürfe nicht näher ranfahren. Was mich sehr wundert - in anderen Parks fuhren die Guides immer querfeldein zu den Herden. Büffelherden, die aussehen wie eine Ameisenstraße bringen nicht viel.

Am Rückweg zum Gate treffen wir eine (oder mehrere) Giraffenfamilie(n) mit vielen Jungen.
Nach dem Abendessen bekomme Ich plötzlich hohes Fieber und fühle mich ziemlich elendig.
10.12.
Den heutigen Tag verbringe ich im Bett.
11.10.
Und einen Relaxtag hängen wir noch an.
12.12.25 - Kuri Kariyeri - Bugesera Lodge

Wir fahren nach Kigali, der Hauptstadt Ruanda‘s, um IWI abschmieren und waschen zu lassen. Und ein Hydrauliköl für‘s Fahrerhaus will ich auch schon seit Tagen besorgen. Letzteres bekomme ich, waschen lassen geht auch, aber abschmieren - Fehlanzeige.
Wir erreichen die Bugesera Lodge. Bei der Einfahrt streife ich meinen zweite hinteren Astabweiser ab - braucht ja eh keiner.
Sie ist französisch geführt - wir sind schon gespannt auf‘s Abendessen.
13.12.25 - Kitabi - Nyungwe Nziza Ecolodge
Auf dem Weg zum Nyungwe NP machen wir einen Stop beim
Nyanza Genocide Memorial. Hier wurden hunderte Tutsis, die in dieser Kirche Zuflucht gesucht haben, im Rahmen des Genozids von 1994, brutal ermordet. Nur wenige überlebten, die meisten von ihnen wurden dann später in den Spitälern ermordet. Wir bekamen eine Führung und viel Information über diese grausige Zeit.


In Nyanza besuchen wir den früheren Königspalast von König Mutara III. Rudahigwa, der von 1931 bis 1959 regierte.

Der Palast selbst ist im Inneren stets angenehm kühl; aus Stroh (?) geflochtene Trennwände sorgten für eine sinnvolle Raumaufteilung in Eingangsbereich, Hauptzimmer und königlichem Schlafzimmer, wobei Trennwände für das letztere Zimmer absolut undurchsichtig waren, um die Privatsphäre des Königs zu wahren. Im Hauptzimmer gab es einen kleinen Topf als Feuerstelle, auf dem allerdings im Königspalast, anders als in allen anderen Häusern nicht gekocht wurde. Dieser „Herd“ wurde lediglich als sanfte Heizung, oder als Räucherofen für das Verbrennen von wohlriechenden Kräutern genutzt wurde.

Die königlichen Inyambo Rinder besuchen wir natürlich auch noch.
Die Führung dauert länger als geplant, so dass wir wieder eineinhalb Stunden im Finsteren fahren müssen - was ich ja gar nicht mag.

Als wir die Nyungwe Nziza Ecolodge erreichen, bekommen wir im Restaurant noch Essen mit einer guten Flasche französischem Rotwein.
14. - 16.12.25 - Nyungwe NP / Kibuye - Rebero Hotel Camp

Kurz nach 0900 Fahren wir in den Nyungwe NP. Auf ca. 2500m gelegen, ein dichter Regenwald mit herrlicher Flora und Fauna, ein Traum zum Durchfahren. Der IWI wird hier ganz schön gefordert - die reparierte Motorstaubremse hat gehalten.
Hinter dem Park eröffnen sich uns riesige Teeplantagen und auch Kaffee wächst hier offensichtlich sehr gut.
Apropos Kaffee: Das schwarze Gold schmeckt hier in Ruanda wirklich extrem gut - stark und nicht zu intensiv geröstet. Wir lagern gleich einmal 2 kg Bohnen ein.
Dann geht es 60 km dem Kivu See entlang, wieder bergauf - bergab.
Am Rebero Hotel Camp angekommen, erweist sich die Einfahrt durch‘s Tor als Millimeterarbeit - besonders weil die Kabine bei jeder größeren Bodenunebenheit stark schwankt, aber gemeinsam schaffen wir es dann doch ohne Schaden.
Beim Aussteigen sagt Christine: da stinkt‘s total nach Diesel. Ich schaue kurz auf den Motor - und ja, er glänzt durch den Dieselüberzug.
Christi startet und ich sehe, wie es aus der Dieselleitung heraus spritzt.
Die Reparatur verschiebe ich auf morgen, da es jetzt gleich finster wird.
Abends kocht Tania und es wird empfindlich kühl.
15.12.

Erst einmal Kaffee und dann mache ich mich an die Arbeit: Führerhaus kippen, starten und schauen wo genau es rausspritzt. Die schadhafte
Leitung ist schnell gefunden. Ausgebaut und begutachtet. Es ist eine Scheuerstelle die halt jetzt das Lumen erreicht hat. Tja - die kaputte Stelle rausgeschnitten und mit einem passenden Verbinder wieder hergestellt und wieder eingebaut. Passt - nichts spritzt mehr. Schau ma mal wie lange es hält.
Danach will ich Photos von der Speicherkarte in Lightroom importieren - es kommt eine lapidare Meldung: Speicherplatz voll. Auch 2Tb sind irgendwann aufgebraucht.
Da muss ich wohl einiges auslagern.
Jetzt unternehmen wir noch eine kleine Bootsfahrt auf dem Lac Kivu. Ein kurzer Stopp an der Napoleon Island, vorbei an der Monkey Island und einigen mehr. Zum Schluss setzt Regen ein, also fahren wir zurück.

16.12.
Heute legen wir noch einen Ruhetag ein.
17.12.25 - Musanze - Susa Garden Resort

Das Rausfahren ist wieder eine sehr knappe Sache. Gegen Mittag fahren wir weiter Richtung Norden entlang der Grenze zur DR Kongo. Wieder durch‘s Gebirge. Endlose Teeplantagen - die erste Ernte ist gerade im Gange (First Flush). Bunt gekleidete Frauen in einem Meer aus Grün. Teilweise begleitet uns starker Regen.
Ein umgekippter Bierlaster lässt mich grübeln - hier liegt das Bier massenweise auf der Straße, aber kein einziges in meinem Kühlschrank.
Endlich erreichen wir die Susa Gardens Resort, werden freundlichst empfangen und trinken erst einmal ein gepflegtes Bier im Restaurant.
Uganda
18.12.25 - Mutanda Eco-Community Center

Der Grenzübergang war freundlich und flott. Das Geldwechseln auf der Bank gestaltet sich schwierig - ohne Konto, kein wechseln.
Dank ATM kommen wir an Bares.
Bei der Zufahrt zur Campsite findet gerade eine Wahlveranstaltung im Sumpf statt.
Der Chef der Eco - Community begrüßt uns auf‘s Herzlichste und heißt uns in Uganda willkommen.
SIM-Card haben wir noch keine, aber Starlink funktioniert auch hier klaglos.
Beim Bierchen an der Bar gibt es einen ordentlichen Platzregen, der Spuk ist aber bald vorbei - es geht über in einen Landregen.
19.12.25 - Bushayu - Ruhija Gorilla Friends Resort Campsite
Gorillas , Gorillas !!!
Heute fahren wir durch den Bwindi National Park. Aber vorher müssen wir noch eine, aufgrund der starken Regenfälle, extrem rutschige Bergstrasse bewältigen. Einige Fahrzeuge bleiben hängen und an diesen vorbei zu manövrieren ist oft eine Herausforderung.

Dabei landen auch wir einmal in der seitlichen Wasserrinne, was eine Delle im Staukasten zur Folge hat. Mit allen Sperren sind wir wieder rausgekommen. Einige Male ist es so rutschig, dass das Heck abschmiert, aber wir haben es geschafft und oft Beifall von den Locals bekommen.
Im NP selbst ist die Straße sehr holprig, aber nicht rutschig. Der Regenwald ist mehr als beeindruckend, wird aber seinem Namen gerecht - es regnet.
Gorillas sehen wir keine. Sie leben tief in den Wäldern.

Die Bilder sind vom Bwindi-Wald vor 2 Jahren. Wie wir hier erfahren, sind die Gorillas sehr krankheitsanfällig auf Influenza und einige andere Infektionskrankheiten, daher werden die Besucherzahlen strikt beschränkt, laut Aussage eines Rangers, sind sie immer noch viel zu hoch. Immer wieder kommt es zu Infektionen, die für die Gorillas tödlich enden.
Aus diesem Grund und auch aus gesundheitlichen Aspekten meinerseits (KHK und null Kondition) haben wir beschlossen keinen 2-5 stündigen Marsch durch den Regenwald zu unternehmen.
Ihr Habitat ist toll - vielleicht haben wir morgen sogar ein wenig Sonne.
Im Ruhija Gorilla Friends Resort Camp bekommen wir noch ein gutes Abendessen. Sie machen sogar ein Feuer neben dem Tisch.
20.12.25 - Karambi - Kisenyi Lake Edward Retreat

Morgens fahren wir noch bei Sonnenschein den Rest des Parks ab - das sind nochmals ganz andere Eindrücke, wenn es nicht regnet. Dann geht’s weiter durch tiefer gelegene Regionen mit Bananen, Teeplantagen und unzähligen Dörfern.
Weiter an der Grenze zwischen Kigezi- und Virunga NP. Kostenfrei und trotzdem sehen wir Büffelherden, Hippos und einen Elephanten, von hunderten Pavianen ganz zu schweigen. Die Straße erinnert an Malawi, teilweise sogar noch schlechter.
Die Campsite am Lake Edward ist sehr einfach, aber super gelegen. Direkt am See, gerade laufen zig Boote zum abendlichen Fischfang aus.
Warzenschweine laufen herum und auch ein Marabu besucht uns.
Mückenalarm: Tausende kleine Micromücken dringen durch das Mosquitonetz in unsere Kabine - da hilft nur mehr Gift. Wird wohl eine heiße Nacht ohne offene Fenster 😫.
20. - 25.12.25 - Katunguru - Engiri Game Lodge and Campsite

Nach der Fliegeninvasion gestern sind wir hierher geflüchten. Engiri Game Lodge and Campsite - eine schöne Lodge im Norden des Queen Elizabeth National Park, den wir teilweise schon durchfahren haben.
Begrüßung mit Händedesinfektion, feuchten Tüchern fürs Gesicht und einem kühlen Drink - fängt ja schon ganz gut an. Leider gibt es kein Pool.
Das Abendmenü ist ausgezeichnet.
Wir werden hier auf Tania & Bene warten, sie waren heute noch bei den Gorillas - sie kommen spät abends noch an.
Wir überlegen, ob wir nicht über Weihnachten hier bleiben.
22.12.
Heute Nacht hatten wir noch eine Elephantenbegegnung der besonderen Art.
Gegen 2200 höre ich ein zartes Ästeknicken - schaue aus meinen offenen „Schlafzimmerfenster“ und blicke in das Ende eines Rüssels, der schnüffelnd das Fliegengitter abtastet. Dann kommt ein Stoßzahn ( ca. 20cm entfernt) - und jetzt ein Auge. Völlig lautlos schleicht der Eli an uns vorbei.
Ich hatte Angst um meine Starlink, die vor dem Führerhaus auf einem kleinen Stockerl liegt, aber sie bleibt unbeschadet.
10 min später kehrt der Eli wieder zurück und schnüffeln von neuem unseren IWI ab. Dann verschwindet er im Dunkel der Nacht.
Tania erzählt uns von dem Gorilla Trail: Extrem steile Bergwertung, aber sie hat es geschafft. Die Bilder sprechen für sich.
Abends erscheint der Eli wieder beim Restaurant - er wird Alex genannt und kommt jeden Tag.
Wieder bekommen wir gutes Essen.
23.12.25 - Kabatoro - Queen Elisabeth NP

Ein Abenddrive zu den Baumlöwen - leider sind sie am Boden.
Die junge Tigerpython ist ungiftig, aber eine Würgeschlange.
Ja und die Hippos wälzen sich im Schlamm, statt im Wasser zu stehen. Gut dass die Regenzeit jetzt beginnt.
Die Brände hier sind gewollt und kontrolliert, sie dienen nur dazu, dass frisches Gras nachwächst.
24.12.25 - Busongora - Queen Elisabeth NP - Engiri Lodge

Der morgendliche Gemdrive führt uns wieder zu Löwen mit 3 Jungen und einem Leoparden.
Heute nimmt die Zahl der Safariautos schon fast Serengeti-Dimensionen an: 20 Fahrzeuge bei einem Löwen. In der Serengeti sollen es oft bis zu 100 Autos sein - das werden wir sicher nicht machen.
Als ich fem Fahrer Trinkgeld geben will, bemerke ich dass mein Geldbörsel weg ist - muss mir wohl bei der Rüttelpiste aus der Hosentasche gefallen sein.
Unser Fahrer telefoniert mit Kollegen und wirklich hat es einer von ihnen gefunden. Ein ehrlicher Finder - das Geld ist auch noch drinnen. Das ist wohl mein Weihnachtsgeschenk. 👍😁
Jetzt, beim Lunch, kommt unser Fahrer nochmals mit dem eigentlichen Finder, der mir noch die Shilling Scheine, welche ich lose einstecken hatte.
Ja, die Leute hier sind echt entzückend.

Am frühen Nachmittag probieren Tanja und ich mit dem Landy doch noch die Baumlöwen im Baum zu Gesicht zu bekommen. Unser Permit läuft est in 2 Stunden aus, also machen wir uns auf die Socken. Am Gate bemerkt die Rangerin natürlich , dass wir jetzt mit einem anderen Fahrzeug unterwegs sind. Sie will 50 US$ - ich verhandle ein wenig und schlußendlich bezahlen wir gar nichts.
Und nun endlich ist es heiß genug, sodass die beiden Löwendamen im Baum sitzen und vor sich hin dösen. Dies tun die nur während der heissesten Stunden, weil es im Baum kühler ist als am Boden.
Abends feiern wir mit unseren Freunden den Heiligen Abend - der Wichtel ist natürlich auch dabei, sowie Mani und Froggy.
25.12.25 - Äquator - Kigere Lakeside Camp

Nach 12km erreichen wir den Äquator - es ist sowohl für uns, als auch für IWI das erste Mal. Bis Fort Portal gibt es gute Straßen, Tania entdeckt auf iOverlander ein gutes Restaurant: Dutchess Restaurant. Dann einkaufen und Geld abheben.
Die Kigere Lakside Camp ist wunderschön zwischen zwei Kraterseen gelegen. Die Zufahrt ist allerdings über steile Steinplatten etwas abenteuerlich.

26. - 27.12.25 - Kitoma - Riverfalls Lodge

Heute fahren wir getrennt - wir müssen IWI dringend abschmieren lassen und werden auch fündig. An einer Shell Station wird das unter meiner kritischen Beobachtung erledigt.
Unser Ziel heute ist die Riverfalls Lodge, wo wir Eveline & Manfred aus Österreich treffen.
Auf dem Weg hier her gibt es so viele Dörfer und in jedem werden die in der Strasse eingelassenen Humps auf Dauer zur Belastung, aber wie man an den vielen umgekippten LKW’s erkennenkann, sind sie notwendig. Die Autos fliegen darüber, aber der IWI hüpft noch bei 20 km/h ganz ordentlich.
Bei der Einfahrt zur Lodge ist erst einmal Schluss - das Tor ist etwas zu niedrig. Eveline, Tania, Manfred und Bene kommen mit zwei Damen von der Campsite zu mir. Sie entfernen kurzerhand einen Holzpfosten und ein paar Steine - und schon kann ich durch die Wiese am Tor vorbeifahren.
Die Lodge ist relativ neu (2022) und dementsprechend schön und gepflegt.
So verbringen wir einen netten Abend miteinander.
27.12.
Wir verbringen einen Relaxtag. Es gilbt ja sooooooo viel zu erzählen.
28. - 31.12.25 - Victoria-Nil / Murchison Falls Bamboo Village / Bootstour

Morgens verabschieden wir uns herzlich von Eveline & Manfred. Danach geht’s weiter auf schöner Straße Richtung Norden. In Hoima ziehen wir Geld aus dem ATM und erreichen nach einer „Garmin-Irrfahrt“ schließlich die Murchison Falls Bamboo Village. Sehr gepflegt, großes Pool und ein herrliches Büffet.
29.12.
Jetzt ist Tourenplanung angesagt. Ich fürchte Tania & Bene werden uns bald verlassen, da sie am 15.1. in Mombasa sein wollen.
Gerade zieht ein gewaltiges Gewitter über uns hinweg.
30.12. Bootstour am weißen Nil

Nachdem wir brav unseren Parkobulus entrichtet haben, legen wir um 1600 ab und fahren den weißen Nil stromaufwärts bis zu den Murchison Falls. Nilpferde, Krokodile, Elephanten und jede Menge Jagdvögel kommen mir vor die Linse.

Der Wasserfall selbst ist mittelgroß, die Wassermassen allerdings beeindruckend - 500 Kubikmeter pro Sekunde.
31.12.
Jetzt trennen sich die Wege von T&B und uns - zumindest vorerst einmal. Eine herzliche Verabschiedung folgt.
Wir verbringen Silveste zuerst am Pool, abends gibt es ein tolles Buffet mit einer Darbietung von Locals. Auf Dauer ist dies zu laut für uns und wir verziehen uns an die Feuerstelle - die Jahreswende verschlafen wir wieder einmal.
1.1.26 - Kafu-River Camp
Der Wechsel der Landschaft ist beeindruckend. Zuerst Bambuswälder, dann Steppe und schließlich jungelartige Wälder mit bescheidenen Straßen.
Im River Camp übernachten wir nur in Ermangelung anderer Möglichkeiten und weil es am Weg zum Victoriasee liegt, aber nicht weil es so schön wäre. Ein bescheidener Platz - aber wir haben ja alles im IWI, was wir brauchen.
2.1.26 - Entebbe - Oslo Gardens Camp
In Richtung Kampala wird der Verkehr immer dichter, bis zum Infarkt in der Stadt. Davor kaufen wir am Markt noch ein.
Vor allem die Motorräder sind so unberechenbar, dass ich immer Angst habe, eines zu touchieren. Dann geht’s auf die Stadtautobahn bis Entebbe.
Wieder stehe ich vor einem zu kleinen Tor. Der Besitzer des Oslo Gardens hat nebenan noch ein Areal, auf dem wir gemütlich stehen können.
3.1.26 - Mabamba Swap - Shoebill

Und wieder einmal läutet der Wecker um 0500.
Eine Bootstour zum Mamamba Swap, um einen Shoebill zu sehen. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug.
Zu Beginn liegt noch alles im Nebel, doch langsam kommt die Sonne durch und es wird bunt.
Der Shoebill (Schuhschnabel)
Er ist sehr groß und stark und hat einen langen, kräftigen Schnabel, der an einen Holzschuh erinnert, was ihm seinen Namen verlieh.
Er wird bis zu 140 Zentimeter hoch und wiegt zwischen 4 und 5 Kilogramm. Sein auffälligstes Merkmal ist sein rund 20 cm langer Schnabel, der weit oben zwischen den gelben Augen ansetzt. Der Kopf des Schuhschnabels erscheint im Verhältnis zum Körper sehr groß. Das Gefieder ist blau-gräulich gefärbt, nur der Bauch ist hellgrau bis weiß.
Der Schuhschnabel ist ein außergewöhnlicher Vogel. Er verbringt einen großen Teil seines Lebens allein, nur zur Paarungszeit findet er sich zusammen. Auch sonst wird der Vogel nicht gern gestört: Er zieht sich zurück und kommt meist nur in der Dunkelheit aus seinem Versteck. Hat sich zur Paarungszeit ein Schuhschnabelpaar gefunden, wird ein 3 bis 4 Meter großes Nest gebaut. Darin legt das Weibchen zwei bis drei Eier ab, aus denen jedoch meist nur ein Küken überlebt, was die Art noch seltener und besonderer macht.
Der Schuhschnabel ist ein exzellenter Segelflieger und kann auf einer Höhe von bis zu 500 Metern fliegen. Er ernährt sich vor allem von Fischen, Wasserschlangen, anderen Wasservögeln und jungen Krokodilen. Wenn er auf Beutejagd ist, taucht er plötzlich ins Wasser hinab und schnappt sich seine Beute. Dann fliegt er wieder hoch in die Luft und setzt seinen Jagdflug fort.
Raus aus dem Moloch - Tankstellennacht
In Entebbe besuchen wir das größte Einkaufszentrum Ugandas - die Victoria Mall. Der Carrefour ist von der Auswahl her enttäuschend, aber wir bekommen richtiges Schwarzbrot, das erste mal seit Monaten. Ja und ein super gutes Mittagessen (Java Cafe).

Die Fahrt, wieder durch Kampala ist diesmal ein Albtraum. Stau, Stau, Stau und nochmals Stau. Zum Schluss haben wir für 8km 4 Stunden gebraucht. Als es finster wird biegen wir kurz an uns schlafen auf einer Tankstelle, bewacht von zwei freundlichen Soldaten mit Gewehr. Ein kleines Bakschisch - und wir werden sicher schlafen.
4. - 7.1.26 - Beginn des Nils - Haven Eco River Lodge
Beginn des Nils

Jetzt ist der Verkehr wieder normal - so erreichen wir den Beginn des weißen Nils - als Abfluss aus dem Victoriasees. Im Living Water Resort hat man einen schönen Blick. Der Kaffe ist ein „Gschloder“, daher fahren wir weiter.
Der NIL:
Mit 6650 km Lange ist er der längste Fluss der Erde.
Er entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi, durchfließt dann Tansania, Uganda, den Südsudan und den Sudan, bevor er in Ägypten in das Mittelmeer mündet. Sein Wasser erhält der Nil größtenteils aus den wechselfeuchten Tropen Ostafrikas und zu einem geringeren Teil aus den immerfeuchten Tropen Zentralafrikas. Als einziger Fluss der Erde durchquert er dann vollständig einen der beiden subtropischen Trockengürtel, der hier zudem die größte Trockenwüste der Erde, die Sahara, hervorgebracht hat. Die besonderen Eigenheiten des Flusses ließen an seinen Ufern eine der frühesten Hochkulturen entstehen, das altägyptische Pharaonenreich.
Nach dem Verlassen des Victoriasees verbleibt ein Fließweg von rund 5500 km, während dessen der Strom mehrmals seinen Namen ändert. Der ungefähr 480 km lange Abschnitt vom Victoriasee bis zum Albertsee heißt Victoria-Nil. Der sich anschließende, 210 km lange Abschnitt vom Albertsee bis zur Stadt Nimule heißt Albert-Nil. Von Nimule bis zur Einmündung des linken Nebenflusses Bahr al-Ghazal im No-See trägt der Fluss auf ca. 800 km Länge den Namen Bahr al-Dschabal. Die folgenden ca. 1000 km vom No-See bis zur sudanesischen Hauptstadt Khartum, bzw. bis zur Einmündung des Blauen Nils, trägt der Fluss den Namen Weißer Nil. Erst auf den letzten ca. 3000 km wird der Fluss tatsächlich als Nil bezeichnet. Dabei legt er zwischen Khartum und Kairo (Beginn des Nildeltas) eine Entfernung von ca. 2800 km, darunter etwa 900 km zwischen Assuan und Kairo zurück. Im Nildelta spaltet sich der Strom in zwei annähernd gleich lange Mündungsarme auf, den westlichen Rosette-Arm mit einer Länge von ca. 239 km und den östlichen Damietta-Arm mit einer Länge von ca. 230 km.
(Der Nil - Quelle Wikipedia).
Haven Eco River Lodge

Es ist schon Interessant - hier ist der Nil ein reißender Strom und in Ägypten ein ruhiger, wenn auch sehr großer Fluss.
Hier werden wir freundlichst mit einem Fruchtcocktail begrüßt. Eine wunderschöne Anlage mit Blick auf die Stromschnellen des Nils.
Unter einen großen Jackfruchtbaum finden wir Schatten. Der Strom ist hier eher marginal - bin gespannt, ob wir unsere Batterien damit laden können - wenn nicht, stellen wir uns halt in die Sonne.
Die Stromschnellen hier haben für mich eine ähnliche Faszination wie Feuer - ich könnte stundenlang zuschauen.
Apropos Feuer - das haben wir auch und dann geht der Mond blutrot auf. Auch sehr nett.
5.1.
Noch einmal gemeinsam kochen.
6.1.
Tania & Bene verlassen uns - ich denke diesmal endgültig. Aber wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege doch noch mal.
Ein schweres Gewitter mit Sturmböen zieht auf. Bei unseren Jackfuit-Baum unter dem wir stehen, bricht ein relativ großer Ast ab und fällt auf den IWI. Die Photovoltaik-Panele halten es aus. Der Platz diet danach eher verwüstet aus.

7.1.
Jetzt sind Aufräumarbeiten angesagt, was die Burschen hier perfekt erledigen. Wir gönnen uns noch einen Badetag bei strahlendem Sonnenschein und 29°.
8. - 9.1.26 - Sipi Falls - Sipi Guest House
Zuerst müssen wir durch einige große Orte, aber dann biegen wir in die Berge ab. IWI wird ein bisschen heiß, so fahre ich halt langsamer.

Die Wasserfälle liegen am Rande des Mount Elgon Nationalparks nahe der kenianischen Grenze. Der unterste und längste stürzt ca 95 Meter in die Tiefe und ursprünglich wurde nur dieser als Sipi Falls bezeichnet. Er ist von unserem Stellplatz aus gut zu sehen.
Im Sipi Guesthouse werden wir, wie fast überall, freundlichst empfangen.

Die mittleren Fälle liegen ein Stück nach Osten weiter flussaufwärts. Sie sind als Simba Falls bekannt und haben eine Fallhöhe von etwa 74 Metern. Noch weiter bergaufwärts liegt der dritte Wasserfall Ngasire Falls. Er hat eine Fallhöhe von etwa 85 Metern
Der Mount Elgon ist ein erloschener Vulkan an der Grenze von Uganda im Westen und Kenia im Osten. Sein Krater hat einen Durchmesser von etwa 12 Kilometer. Er wurde nach der Volksgruppe der Elgonyi benannt, die bis in das 20. Jahrhundert an der Südseite des Berges lebten.
Der erste Ausbruch ist ca. 24 Mio. Jahre her, der letzte ca. 12 Mio. Jahre.
9.1. Ausflug zum Simba Falls

Mit unserem Guide Roger unternehmen wir heute eine Tour zu den Wasserfällen.
Zuerst aber in eine Höhle, in der bis heute Beschneidungsrituale durchgeführt werden - allerdings nur bei jungen Männern, bei Frauen ist dies seit 20 Jahren verboten. ( Dunkelziffer???).

Dann erreichen wir den Simba Falls. Es sind eigentlich zwei, ein großer und zweiter, der einer Regendusche gleicht. Dieser wird von den Locals auch als Dusche verwendet. Hinter dem größeren befindet sich eine künstlich geschaffene Höhle ( Salzsteinabbau - der ist inzwischen eingestellt. Von ihr aus können wir den Regenvorhang von hinten betrachten.
Wäre schon schade gewesen, wenn wir da nicht hergefahren wären - war nämlich eine kurze Überlegung, da man uns gesagt hatte, es sei hier völlig touristisch - wir haben aber keinen einzigen getroffen.
Nachmittags besuchen wir noch einen Kaffeebauern. In dieser Höhe wird ausschließlich Arabica Kaffee angebaut. Die Setzlinge werden zwischen die Bananenstauden gepflanzt. Dies hat folgenden Grund: Die Bananen speichern in der Trockenzeit viel Wasser und geben dieses an die Kaffeepflanzen ab, gleichzeitig schützen die großen Bananenblätter die Arabicapflanzen durch Schattengebung vor der Austrocknung durch die Sonne.
Arabica hat pro Frucht zwei Bohnen, im Gegensatz zu Robusta, der in Tieflagen wächst und drei Bohnen hat.
Roger zeigt uns alle Schritte von den Setzlingen bis zum fertigen Kaffee.
Die Bohnen am Strauch sind zuerst grün, dann gelb und schließlich im roten Zustand geerntet. Danach wird das Fruchtfleisch entfernt und die Bohnen gewaschen und zum trocknen ausgelegt. Dann wird die zarte Hülle im Mörser entfernt, die Bohnen auf einer flachen Schale geschupft und unter zartem Pusten fliegen die gelösten Hollen davon.
Jetzt geht’s ans Rösten - dies geschieht hier simpel. Ein kleines Feuer und schon nach wenigen Minuten werden die beigen Bohnen dunkelbraun.
So jetzt muss wieder der Mörser herhalten um die Bohnen zu einem feinen Pulver zu zerstoßen.
In einem Topf mit Wasser wird das Pulver kurz aufgekocht, abgeseiht und schon trinken wir das schwarze Gold.
Natürlich haben wir auch einen reinen Arabica mitgenommen.
Bei unserem Besuch hier kommen natürlich einige neugierige Kinder vorbei.
Kenia
1.1.26 - Kitale - Karibuni Lodge
Der kleine Grenzübergang in Suam ist der angenehmste bisher. Keine LKW‘s, überhaupt sind wir praktisch alleine hier. Zuvorkommende Beamte, wir werden mit Handschlag begrüßt und erhalten exakte Infos zum Vorgehen, wenn wir den IWI 7 Monate stehen lassen wollen. Alles kein Problem. Nach 45 Minuten sind wir in Kenia.
In Kitale versuchen wir Geld zu beheben. Beim fünften ATM klappt‘s dann. Das einzige Büro, das SIM Karten für Ausländer ausgibt ist natürlich geschlossen.
Es gibt hier derart aggressive Bettler, wie sie mir bisher erst selten untergekommen sind.
It‘s coffee time - also fahren wir die Karibuni Campsite mitten in der Stadt an. Eine große schöne Wiese, Selbstversorgerküche und schnelles W-Lan, das war‘s. Den Rest benutzen wir lieber nicht.
Am Montag werden wir versuchen eine SIM Card zu bekommen.

























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































